Daniela Schadt : Meinungsstark, humorvoll und charmant
21.02.2012 13:58 Uhr
Die älteste und wichtigste Qualifikation zur Präsidentengattin bringt sie offenbar mit: Auch jetzt gibt es kein Porträt ohne den Hinweis darauf, wie ruhig sich Daniela Schadt im Hintergrund halte, wie wenig es die Lebensgefährtin von Joachim Gauck darauf anlege, im Mittelpunkt zu stehen. Die klassische „Frau an seiner Seite“, so scheint es – zumal der Mann im Mittelpunkt bereits bei seiner ersten Kandidatur vor zwei Jahren die Verhältnisse geklärt hatte: Seine Daniela sei eine „erwachsene politikerfahrene Frau“; sie würde „sich freuen, an meiner Seite zu stehen und alles, was das Amt braucht, als Begleiterin auch zu leisten“.
Es lässt sich vermuten, dass das gerade in ihrem Fall keine Kleinigkeit wird. Die 52-Jährige ist Ressortleiterin Innenpolitik der „Nürnberger Zeitung“. Sie wäre unter den deutschen First Ladys zwar keineswegs die einzige, die der Begleiterinnenjob aus dem eigenen Berufsleben riss. Aber sie wäre die erste, die dafür auch eine Leitungsfunktion aufgäbe.
Immerhin 25 Jahre schon ist die Journalistin bei ihrer Zeitung, der kleineren Schwester der „Nürnberger Nachrichten“. Direkt nach dem Studium der Germanistik, Politikwissenschaften und französischen Literatur fing sie in Nürnberg an. Die gebürtige Hanauerin gilt als meinungsfreudig, humorvoll und charmant. Schadt, im Kollegenkreis für ihre unerschütterliche Liebe zum Fahrrad bei jedem Wetter bekannt, scheint auch in puncto Interessenkonflikte sturmfester als das First Couple aus Hannover: Im Wulff-Skandal enthielt sie, die Frau des unterlegenen Kandidaten, sich jeden Kommentars in ihrem Blatt.
Ein weiteres Novum: Schadt und ihr zwanzig Jahre älterer Partner sind nicht verheiratet. Dafür müsste Joachim Gauck sich zunächst von der Mutter seiner vier Kinder scheiden lassen, von der er seit Anfang der 90er Jahre getrennt lebt. Bei seiner ersten Kandidatur äußerte er sich noch undeutlich, als er auf seine privaten Lebensverhältnisse angesprochen wurde: Man mache sich Gedanken, eine Heirat sei „nicht unbedingt ausgeschlossen“. Wenn aus der Fernbeziehung zwischen Rostock und Nürnberg, die Schadt und Gauck seit zwölf Jahren führen, jetzt doch noch eine nahe wird, stellt sich die Frage wieder. Das Präsidentenamt ist womöglich das letzte in Deutschland, das die Hausfrauenehe noch immer erzwingt. Eine wilde Ehefrau mit Arbeitsverbot, das ginge wohl kaum. Oder aber die beiden haben vor, richtig Geschichte zu schreiben? Am 18. März dürfte auch diese Frage geklärt sein.



















