Darfur-Flüchtlinge : EU schickt Soldaten in den Tschad

Zur Bewältigung des Flüchtlingsdramas in der Zentralafrikanischen Republik und im Tschad hat die Europäische Union den Weg für eine Militärmission frei gemacht. Frankreich wird als Führungsnation den Großteil der 2500 Soldaten stellen.

LuxemburgDie EU-Außenminister haben die europäische Militärmission im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik auf den Weg gebracht. Die rund 2500 Mann starke Eufor-Truppe kann damit voraussichtlich im November oder Dezember für zunächst ein Jahr starten. Die von Frankreich angeregte Mission unter dem Dach der Vereinten Nationen soll zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Tschad und in der benachbarten Bürgerkriegsregion Darfur beitragen. Die Bundeswehr ist an der Mission nicht beteiligt.

Größte Truppensteller sind nach Diplomatenangaben Frankreich mit rund 1500 Soldaten, Irland mit 350 und Polen mit rund 300. Von den übrigen EU-Staaten unterstützen Schweden, Österreich, Belgien und Spanien die Mission. Ursprünglich war die Entsendung von bis zu 4000 Soldaten geplant, mangels Zusagen ist die Truppe nun deutlich kleiner. Das Oberkommando hat der Ire Patrick Nash mit Sitz in Paris. Kommandeur vor Ort ist der Franzose Jean-Philippe Ganascia.

Nach UN-Angaben haben im Tschad rund 236.000 Bürgerkriegs-Flüchtlinge aus Darfur Zuflucht gefunden. Zudem sind rund 173.000 Bürger aus dem Tschad selbst auf der Flucht. (mit AFP)

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