Darfur-Krise : UN erwarten Sudans Zusage für Blauhelm-Einsatz

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich optimistisch geäußert, dass der Sudan einem Einsatz von Blauhelmsoldaten in der Krisenregion Darfur definitiv zustimmt. Bislang liegen erst mündliche Zusagen der sudanesischen Regierung vor.

New York/Khartum - Die Vereinten Nationen warten jetzt auf die schriftliche Zustimmung aus Khartum. UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich optimistisch, dass das Schreiben von Präsident Omar Hassan al-Baschir an diesem Wochenende in New York eintreffen werde. Al-Baschir hat die Entsendung von UN-Soldaten in die sudanesische Krisenregion bisher rigoros abgelehnt, sich dem Vernehmen nach jetzt aber internationalem Druck gebeugt.

Kernstück der UN-Vorschläge ist eine gemischte Truppe aus UN-Militärs und Soldaten der Afrikanischen Union (AU) unter AU-Kommando. Darüber hinaus wollen die UN die Friedenstruppe in Darfur finanziell und mit militärischer Ausrüstung stärken. Laut Annan brauchen fast vier Millionen Menschen in Darfur dringend Hilfe. Die Gewalt in der Krisenregion hat die humanitären Organisationen gezwungen, ihre Hilfslieferungen an Flüchtlinge und Vertriebene in den Lagern einzustellen. Die Truppe der Afrikanischen Union mit ihren 7000 Soldaten ist den Herausforderungen nicht gewachsen.

USA erwarten Zusage bis Jahresende

Die USA hatten am Mittwoch gesagt, sie wollten dem Sudan nur noch bis Jahresende Zeit geben, um eine UN-Truppe für Darfur zu akzeptieren. Zudem verlangten sie, dass die sudanesische Regierung ihr "schriftliches Einverständnis" mit einem UN-Plan erkläre, der die Stationierung von 20.000 Blauhelmsoldaten in Darfur vorsieht.

Der vor etwa drei Jahren ausgebrochene Darfur-Konflikt hat seine Wurzeln in einem Aufstand schwarzafrikanischer Rebellengruppen, der von Khartum mit Hilfe verbündeter Milizen niedergeschlagen werden sollte. Seitdem hat es mehr als 200.000 Tote gegeben, wenigstens zwei Millionen Menschen wurden in die Flucht geschlagen. Annan erklärte am Freitag bei seiner letzten Ansprache im Weltsicherheitsrat: "Ich hoffe inständig, dass wir jetzt nahe daran sind, die Menschen in Darfur von ihrer Qual zu befreien." (tso/dpa/AFP)

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