Politik : Das außenpolitische Barometer: Was macht die Welt ? (Kommentar)

Josef Joffe

Joschka Fischer will nach Tripolis reisen, wenn die letzte deutsche Geisel auf Jolo frei ist. Wie soll er Muammar el Gaddafi dann danken?

Wenn die letzte deutsche Geisel frei ist? So lange wird Fischer nicht im Amt sein. Denn die globalisierte Geiselnahme ist ein lukratives Geschäft mit hohem Wachstumspotenzial geworden. Allein in den letzten acht Jahren stieg die Zahl der Entführten um siebzig Prozent! Die Preise steigen auch: Zuletzt gab es für Wallert und Mitleidende fünf Millionen Dollar pro Kopf. Hoch ist auch der Synergieeffekt, siehe die Abu-Sayyaf-Bande. Mit Gaddafis Geld kauft sie neue Waffen und Munition, was ihre militärische Position gegenüber Manila stärkt und die nächste Geiselnahme vereinfacht. Wenn der Jolo-Vorrat aufgebraucht wird, holt man sich neue, auch deutsche. Also bitte kein Tripolis-Trip. Bevor Fischer artig dankt, sollte er prüfen, ob nicht Gaddafi das ganze Spiel eingefädelt hat.

Die drei EU-Weisen haben die Beobachtung Österreichs beendet. Können wir dem Land jetzt trauen?

Bloß nicht! Es ist kein Zufall, dass sowohl Haiders als auch Hitlers Namen mit "H" beginnen, beide aus Österreich stammen und beide teure Autos schätz(t)en. Überdies war Deutschland das erste Opfer des Nazismus, dessen größte Größen (A. H., Eichmann, Kaltenbrunner) Austriaken waren. Den Anfängen muss also schon am Heurigentisch und PowidItatschkerl-Topf gewehrt werden; sonst ist das demokratische Deutschland verloren. Nie wieder "Anschluss", der in Wahrheit von Wien nach Berlin ging. Deshalb nicht nur Sanktionen forever, sondern: Auf nach Königgrätz II!

Al Gore hat plötzlich gute Chancen, amerikanischer Präsident zu werden. Liegt das am 6-Sekunden-Kuss auf dem Parteitag der Demokraten in Los Angeles?

Die Länge dieses Kusses liegt nicht an Gores Leidenschaft, sondern an seiner Steifheit; er konnte sich nicht schnell genug lösen. Deshalb nennen sie ihn auch "Al Bore". Bush küsst nicht, sondern verzieht lieber grinsend den Mund und beschafft sich so pro Sekunde eine Million an Wahlkampfspenden. Bedenkt man, dass Kohl mit so wenig Bimbes 16 Jahre lang an der Macht geblieben ist, ist der Ausgang klar: Kussmaul verliert gegen Schiefmaul.

Ein Wort noch zum deutschen Außenminister...

Der wäre besser mit Schröder in den Teil Deutschlands gefahren, den die Italiener "Cinque Terre" nennen. In nationaler Mission vom geborgten Kanzlerlicht umglänzt, könnte Joschka die Strahlung neutralisieren, die von der Hanauer Plutonium Fabrik (Exportadresse: Russland) ausgeht, und die ihn, unter Grünen, zu verseuchen droht.

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