Das Jobwunder von Berlin : Die Arbeitslosigkeit liegt nur noch bei 10 Prozent

Zum ersten Mal seit 1991 ist die Arbeitslosigkeit in Berlin auf zehn Prozent gesunken. Die Zahl der Jobs stieg im September um 3,4 Prozent. Das ist deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

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Ein Schild weist auf das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg hin.
Ein Schild weist auf das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg hin.Foto: picture alliance / dpa

In Berlin sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt so gut wie schon lange nicht mehr. Zum ersten Mal seit 1991 ging die Arbeitslosenquote im November auf zehn Prozent zurück. Insgesamt waren bei den Arbeitsagenturen 182000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren gut 9200 weniger als noch vor einem Jahr. Berlin verzeichnet außerdem einen spürbaren Anstieg bei der Beschäftigung: Im September gab es 1,3 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs in der Hauptstadt, rund 44000 mehr als im Vorjahr. Mit einem Plus von 3,4 Prozent liegt Berlin damit 1,2 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Seit 25 Jahren sei die Lage auf dem Berliner Arbeitsmarkt nicht so gut gewesen wie heute, Berlin habe „die rote Laterne nachhaltig abgegeben“, sagte Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Christian Wiesenhütter, bezeichnete die Jobaussichten als „ausgezeichnet“. Die Hauptstadt sei inzwischen „der leuchtende Stern am Job-Himmel, dem immer mehr Fachkräfte folgen“.

Flüchtlinge sind Beschäftigungstreiber

Auch bundesweit sank die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordtief seit der Wiedervereinigung. Insgesamt waren im November 2,63 Millionen Menschen ohne Job. Im Oktober hatte die Zahl der Erwerbslosen noch um 16.000 höher gelegen, vor einem Jahr sogar um 84.000, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei sechs Prozent. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, der Arbeitsmarkt habe sich „auch in diesem Monat gut entwickelt“. Der gestiegene Zuzug von Flüchtlingen werde sich erst im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres auf den Arbeitsmarkt auswirken. Flüchtlinge, die neu nach Deutschland kommen, dürfen häufig erst einmal für längere Zeit nicht arbeiten.

Bundesweit stieg laut BA nicht nur die Beschäftigung, sondern auch die Zahl der offenen Stellen auf 610.000. Als Beschäftigungstreiber erweist sich dabei auch die Zuwanderung von Flüchtlingen, wie aus dem BA-Stellenindex hervorgeht. So sei die stark gestiegene Nachfrage nach Wach- und Sicherheitspersonal, bei Sozialdiensten und der öffentlichen Verwaltung auffällig. „Dieser Zuwachs dürfte vor allem mit dem hohen Bedarf an Arbeitskräften im Umfeld des Flüchtlingsmanagements zusammenhängen“, betont die Bundesagentur.

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