Politik : Das Konzentrationslager Buchenwald

1937 errichteten die Nationalsozialisten das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Es war nach Dachau und Sachsenhausen das dritte NS-Lager.

Weimar (10.04.2005, 17:57 Uhr) - Nach Buchenwald wurden bis zur Befreiung am 11. April 1945 durch die US-Armee etwa 250 000 Menschen aus 36 Ländern verschleppt - politische Gegner des NS-Regimes, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, sowjetische Kriegsgefangene und Kriminelle. Etwa 56 000 Menschen starben an Hunger und Kälte oder wurden von der SS ermordet. Die Befreiung erlebten 21 000 Häftlinge.

Die KZ-Gedenkstätte - von 1990 an nach kontroversen Diskussionen auch mit den Opferverbänden neu konzipiert - wird jährlich von mehr als einer halben Million Menschen besucht, ein Viertel davon sind Ausländer. Bis Ende der 90er Jahre entstanden drei auch räumlich voneinander getrennte Dauerausstellungen.

Die größte von ihnen dokumentiert die Geschichte des NS-Lagers und das Martyrium der Häftlinge. Die beiden anderen zeigen die politische Vereinnahmung in der DDR sowie die Nutzung des Geländes auf dem Ettersberg in der Zeit von 1945 bis 1950 durch die sowjetische Militäradministration als «Speziallager Nr. 2». Dort waren etwa 28 000 Menschen interniert - zumeist Anhänger und niederrangige Funktionäre des NS-Regimes. Etwa 7000 von ihnen überlebten das Speziallager nicht.

In der DDR war Buchenwald Nationale Mahn- und Gedenkstätte. Die SED-Regierung stellte den Widerstandskampf von Kommunisten als Legitimation für ihren Antifaschismus und Machtanspruch in den Mittelpunkt. Juden, Sinti und Roma sowie andere Opfergruppen traten dahinter zurück. (tso)

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