• Das neu geschaffene Gremium gegen verbotene Aufputschmittel soll zur Olympiade einsatzbereit sein

Politik : Das neu geschaffene Gremium gegen verbotene Aufputschmittel soll zur Olympiade einsatzbereit sein

Unter größtem Zeitdruck will die neu geschaffene Welt-Antidoping-Agentur (WADA) versuchen, bis zu den Olympischen Spielen im September diesen Jahres in Sydney arbeitsfähig zu sein. Beim nächsten Treffen der Führung der Welt-Antidoping-Agentur am 22. März sollen neue Verfahren und Systeme erarbeitet werden, "die in Sydney anwendbar sind", kündigte Richard Pound am Donnerstagabend nach der ersten Sitzung des Stiftungsrats der WADA in Lausanne an.

Der kanadische Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist zum vorläufigen Vorsitzenden der Welt-Antidoping-Agentur berufen worden. Mit Hilfe einer Anschubfinanzierung des IOC in Höhe von 25 Millionen Dollar soll Richard Pound das Management der Agentur aufbauen und Arbeitsweisen einführen helfen, die eine wirksamere weltweiten Dopingbekämpfung ermöglichen. Die bisher vom Internationalen Olympischen Komitee angeleiteten Bemühungen hatten sich als unzureichend erwiesen.

Dem WADA-Vorstand sollen bis zu 35 Mitglieder angehören. Um die Unabhängigkeit der Stiftung zu gewährleisten, soll der Vorstand zwischen Sport- und nichtsportlichen Organisationen paritätisch besetzt werden. Lausanne sei zudem nur der vorläufige Sitz der Agentur. Innerhalb eines Jahres soll der endgültige Standort bestimmt werden. Nach dem Statut sollen wichtige Entscheidungen möglichst im Konsensverfahren herbeigeführt werden. Anderenfalls sind Zweidrittel-Mehrheiten notwendig.

Die erste WADA-Sitzung wurde von Regierungsvertretern aus den USA, Kanada und Australien beobachtet. Diese treffen sich im größeren Rahmen im Februar diesen Jahres noch einmal in Kanada, um ihre Vorstellungen und Ansprüche für die Arbeit von WADA zu formulieren. Der Drogenberater von US-Präsident Bill Clinton, Barry McCaffrey, bezeichnete die Ankündigung von Pound, WADA bis zu den Sydney-Spielen funktionsfähig zu machen, als ein "akzeptables Minimalziel".

Der norwegische Olympiasieger im Eisschnelllaufen, Johann Olav Koss, nannte die Einrichtung der Agentur "einen unglaublichen Schritt nach vorn". Fernziel müsse es sein, einen "Athletenpass" zu schaffen, der alle Trainingskontrollen als Voraussetzung für eine Olympia-Teilnahme registriert. "Wir wollen, dass Athleten 365 Tage im Jahr greifbar sind für Tests", sagte Koss. Er gehört dem WADA-Vorstand als Athletenvertreter an.

Als Athletenvertreterin war auch die Italienerin Manuela Di Centa vom Internationalen Olympischen Komitee für den WADA-Stiftungsrat nominiert worden. Allerdings nahm sie am Donnerstag bei der ersten Sitzung der Führung ohne Angaben von Gründen nicht teil. Die Skilanglauf-Olympiasiegerin war vor einem Monat in das IOC gewählt worden, obwohl sie in ihrem Land unter Dopingverdacht steht.

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