Politik : Das Politbarometer: Unionsanhänger für einen Kanzlerkandidaten Stoiber

Die politische Stimmung in Deutschland hat sich im April, nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, kaum verändert. Die SPD muss in der politischen Stimmung im Vergleich zum März leichte Verluste hinnehmen, die CDU/CSU kann sich umgekehrt geringfügig verbessern. In der Projektion ("Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre ..."), der langfristige Erkenntnisse über das Wählerverhalten zu Grunde liegen, kann die CDU leicht hinzugewinnen, die SPD verliert etwas (siehe Grafiken). Weder SPD und Grüne noch CDU/CSU und FDP hätten eine Mehrheit im Bundestag.

Wie immer zu Quartalsbeginn wurde im April nach den wichtigsten Politikerinnen und Politikern gefragt. Dabei konnte jeder Befragte ohne Vorgaben bis zu fünf Personen nennen. Im Vergleich zum Januar wird jetzt Walter Riester nicht mehr zu den zehn wichtigsten Politikern in Deutschland gerechnet, stattdessen ist Jürgen Trittin unter den wichtigsten Politikern vertreten. In der Popularitätsskala gab es gegenüber dem Vormonat kaum Veränderungen (siehe Grafik).

Die Frage nach dem bevorzugten Kanzlerkandidaten der CDU/CSU ist im April in der Gesamtbevölkerung weiter offen. Jetzt plädieren 24 Prozent aller Befragten für Angela Merkel, 32 Prozent für Edmund Stoiber. Wesentlich klarer fallen die Präferenzen in der Anhängerschaft der CDU/CSU aus: 49 Prozent plädieren für Edmund Stoiber, 22 Prozent befürworten Angela Merkel. Unabhängig von der Entscheidung für Merkel oder Stoiber als Kanzlerkandidat der CDU/CSU liegt Gerhard Schröder in der Frage nach dem gewünschten Bundeskanzler jeweils klar vorne: Falls Angela Merkel für die CDU/CSU antritt, sprechen sich jetzt 60 Prozent der Befragten für Schröder als Kanzler aus. Unter der Prämisse, dass Edmund Stoiber antritt, sprachen sich 57 Prozent der Befragten für Schröder aus. Grafiken:
Beurteilung der Politiker Politische Stimmung Sonntagsfrage Die Arbeitslosigkeit steht, wie schon im März, auch im April an der Spitze der wichtigsten Probleme in Deutschland, nachdem sie im Januar und Februar vorübergehend von der BSE-Krise abgelöst worden war. Jetzt entfallen 44 Prozent der Nennungen auf die Arbeitslosigkeit, im März waren dies 46 Prozent. Dahinter liegen die Themen Renten und Alter (12 Prozent), der Rechtsradikalismus (12 Prozent), der Umweltschutz (11 Prozent) sowie die Asyl- und Ausländerproblematik (9 Prozent). Die Angst vor gesundheitlichen Schäden im Zuge der BSE-Krise ist nochmals spürbar zurückgegangen: Jetzt gehen 41 Prozent davon aus, dass ihre Gesundheit durch BSE nicht bedroht ist, im März waren es 34 Prozent, im Februar sogar nur 28 Prozent.

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