Politik : …das Tief vorüberzieht

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Über Christine gibt es nur Gutes zu berichten. Heute ist der Tag, an dem Christine uns verlässt, das Tief Christine. Uli Wickert hat für Mittwoch den Umschwung verkündet, also angeordnet. Dürre droht, sengende Hitze, Staub, Durst, quälender Durst. Kommt das Hoch Lothar? Lothar Matthäus hat gesagt, er macht es. Zusammen mit Rudi. Rudi hat früher mal gesagt, der Lothar solle sein vieles Gequatsche doch lieber seinem Klodeckel erzählen. Hochs können nerven. So ist das.

Wohlan, gehen wir heute noch einmal hinaus zum Regenspaziergang, hinaus in die regenverhangene Welt, in der der Wind uns entgegenbläst, erfrischend entgegenbläst, muss man wohl sagen: Sattes Grün allüberall, kraftstrotzendes Chlorophyll, saftige Wiesen, blühende Landschaften, wo bald schon welke Halme sich im Staub wälzen auf der Suche nach einem winzigen Regentropfen. Hatten wir in den vergangenen Wochen und Monaten über ScheißWetter geklagt? Es könnte alles noch schlimmer kommen. Lothar hat gesagt, er macht es. Da geht es schon los.

Und vor allen Dingen: Worüber sollen wir reden, wenn kein Regen mehr fällt? Über die B-Frage? Aber über die B-Frage ist ja alles gesagt. Keiner außer Lothar will sie beantworten. Lothar würde es machen, also den Bundestrainer. Und dann hätten wir erst recht nichts mehr zu reden, weil Lothar so viel redet, der redet für uns mit. Und das auch noch auf Fränkisch. Aber so richtig fränkisch.

Über Regen, heissa, da kann man reden. Man geht so dahin durch den Regen, man kennt es ja nicht anders. Goethe fällt einem ein, zum Beispiel. Bei Goethe und Spaziergang kommt man unweigerlich auf Ostern. Ostern war es auch schon kalt. Außer vielleicht auf den Osterinseln. Und ist man erst auf den Osterinseln, ist man in der Frühzeit. Von der Frühzeit ist es nur ein kleiner gedanklicher Hüpfer zur Antike. Und schwuppdiwupps ist man in Hellas, in Athen, bei Otto. Alles endet bei Otto derzeit. In Athen hat Otto gerade gesagt: „Ich bin ein Athener.“ Otto denkt sich immer im großen Weltgeschehen.

In diesem Zusammenhang eine letzte Bitte ans scheidende Tief Christine. Wäre es möglich, nach Athen eine Kollegin zu entsenden? Es böte sich das Tief Helene an, die schöne Helene. Damit sie dort mal eben kurz all den Trübsinn samt Otto Fitzgerald Rehhakles hinwegschwemmt. Wir würden dafür auch monatelangen Sonnenschein in Kauf nehmen. uem

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