Politik : Das umstrittene Quartett

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Nachdem der designierte EUKommissionspräsident José Manuel Barroso seine Mannschaft vor dem Europaparlament in letzter Minute zurückgezogen hat, wird spekuliert: Wer bleibt, wer wird ersetzt? Am Donnerstag kündigte Barroso einen Umbau seiner Kommission an, schloss aber einen kompletten Austausch seines Teams aus. Wenn Barroso seine Kommission neu zusammenstellt, müssen vor allem die vier designierten Kommissare aus Italien, Lettland, Ungarn und den Niederlanden um ihren Posten bangen. Sie hatten die Europaabgeordneten bei den Anhörungen nicht überzeugt:

Rocco Buttiglione , der von der italienischen Regierung nominierte Kommissar für Justiz und Inneres, war in die Kritik geraten, weil er bei der Anhörung des Europaparlaments Homosexualität als „Sünde“ bezeichnete.

Ingrida Udre , die von Lettland benannte Kommissarin für Steuern, ist wegen der angeblichen Verwicklung in einen Parteispenden-Skandal umstritten. Nach dem Sturz der lettischen Regierung ist ihr Verbleib in der Kommission ungewiss.

Laszlo Kovacs wurde von Ungarns Regierung als Kommissar nominiert. Vor allem konservative Europaabgeordnete aus der EVP-Fraktion hatten den designierten Energiekommissar deutlich kritisiert; sie warfen ihm geringe Kenntnisse in der Energiepolitik vor.

Neelie Kroes ist die niederländische Kandidatin für das Wettbewerbsressort. Sie steht wegen ihrer Nähe zur Wirtschaft in der Kritik. Der gegenwärtige Wettbewerbskommissar Mario Monti verteidigte sie am Donnerstag aber gegen die Vorwürfe. Tsp

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