• Das Unternehmen verlässt den Lobbyverband gegen die Umsetzung der Ziele von Kyoto - Umweltschützer begrüßen Ausstieg

Politik : Das Unternehmen verlässt den Lobbyverband gegen die Umsetzung der Ziele von Kyoto - Umweltschützer begrüßen Ausstieg

Die DaimlerChrysler AG ist aus dem internationalen Lobbyverband "Global Climate Coalition" (GCC) ausgetreten, der sich gegen die Umsetzung der Klimaschutzziele von Kyoto wendet. Den Ausstieg begründete eine amerikanische Firmensprecherin am Donnerstag damit, dass es "Grund zur Sorge über eine Erwärmung des Weltklimas" gebe. Im Dezember war bereits der Autobauer Ford aus der in Washington ansässigen Gruppe ausgetreten, die rund 40 Unternehmen als Mitglieder hat. Ein Sprecher der Organisation Germanwatch begrüßte den Daimler-Chrysler-Ausstieg, weil die GCC ein "Club der Klima-Bremser" sei.

Der deutsche DaimlerChrysler Umweltschutzbeauftragte Werner Pollmann sagte, in der Phase der Integration der beiden Firmen sei man zu dem Schluss gekommen, dass "die Mitgliedschaft nicht zielführend" sei. "Wir nehmen den Klimaschutz sehr ernst." Sein Unternehmen habe rund zwei Milliarden Mark in Umweltschutzmaßnahmen investiert, um die Auswirkungen auch auf das Klima möglichst gering zu halten. Der Dachverband Kritischer Aktionäre hatte seit über einem Jahr den Austritt aus dem Lobbyverband angemahnt und mit einen Aufruf zum Kaufboykott gedroht.

Chrysler-Manager Jim Holden sagte, die Debatte um den weltweiten Klimawandel sei an einem Punkt angelangt, an dem das Unternehmen künftig entweder für sich selbst sprechen oder den Dialog über breiter gefächerte Wirtschaftsverbände führen wolle. GCC-Sprecher Frank Maisano erklärte, der Schritt habe ihn nicht überrascht, da Chrysler vom deutschen Konzern Daimler-Benz übernommen worden sei. "Dies ist ein europäisches Unternehmen, das auf andere Zwänge und Verantwortlichkeiten gegenüber Politik und Gesellschaft Rücksicht nehmen muss."

Klimaschutzverbände begrüßten den Ausstieg von DaimlerChrysler. "Angesichts täglich neuer wissenschaftlicher Beweise zur Erderwärmung ist es eine erfreuliche Nachricht, dass die GCC eins ihrer prominentesten Mitglieder verliert", sagte Dan Becker vom Sierra Club.

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