Politik : "Das war der Abschied von der Nachkriegszeit"

Das Ergebnis für Gerhard Schröder ist au

Wolfgang Clement ist sozialdemokratischer Ministerpräsident und Chef der rot-grünen Landesregierung von Nordhein-Westfalen.

Das Ergebnis für Gerhard Schröder ist außerordentlich knapp gewesen, die vergangenen Tage haben gezeigt, dass viel Vertrauen zwischen den Koalitionspartnern verspielt worden ist. Ist die Basis noch tragfähig?

Für mich ist das ein guter Tag. Die Entscheidung ist in der Sache absolut richtig und sie musste auch herbeigeführt werden. Die Koalition hat sich bei einer schwierigen Ausgangslage behauptet. Sie steht, allen Unkenrufen zum Trotz.

Demnächst wird die UN vermutlich deutsche Blauhelme anfordern. Müssen Sie da nicht fürchten, dass es angesichts der tief gespaltenen Grünen jedes Mal zu solchen Kraftproben kommt?

Ich glaube, das ist jetzt entschieden, trotz der Schwierigkeiten und der erheblichen Bedenken bei den Grünen und auch in unseren Reihen. Was wir hier erlebt haben, ist der eindeutige Abschied von der Nachkriegszeit. Heute haben wir auch in Deutschland für unsere Interessen, für unsere Bündnisverpflichtungen einzustehen. Das gilt erst Recht, wenn die UN ruft. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass es in der Zukunft bei solchen Entscheidungen zu ähnlichen Schwierigkeiten kommt, wie wir sie in den vergangenen Tagen haben beobachten müssen.

Und was machen Sie, wenn der grüne Parteitag die Entscheidung der grünen Bundestagsmitglieder wieder kassiert?

Diese Entscheidung musste im Parlament fallen, nur da gehört sie hin. Und in diesem Zusammenhang gilt: Entscheidung ist Entscheidung. Der Rest ist eine innerparteiliche Veranstaltung der Grünen, bei der es nicht mehr um das Schicksal der Regierung Schröder / Fischer, sondern um die Zukunft der Grünen als Partei geht.

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