Politik : Das ZDF-Politbarometer: Vor allem Frauen fürchten um den Frieden

Für das Politbarometer hat die Forschungsgrup

Für das Politbarometer hat die Forschungsgruppe Wahlen vom 8. bis 11. Oktober knapp 1900 Personen befragt.

61 Prozent der Deutschen unterstützen die am vergangenen Sonntag begonnenen militärischen Aktionen der USA und Großbritanniens in Afghanistan. 31 Prozent der Befragten lehnen solche militärischen Vergeltungsaktionen ab. Etwa jeweils zwei Drittel oder mehr der Anhänger von SPD, CDU/CSU und FDP finden die Reaktionen der USA auf die Terroranschläge in New York und Washington richtig, während diese Gruppen in den Reihen der Grünen und erst recht der PDS die Minderheit stellen. Während 72 Prozent der Männer für den Militäreinsatz sind, schließen sich bei den Frauen nur 51 Prozent dieser Ansicht an.

Die Mehrheit der Befragten (65 Prozent) steht hinter der Zusage von Bundeskanzler Schröder, gegenüber den USA im Bedarfsfall auch militärische Solidarität zu zeigen. 30 Prozent der Deutschen verneinen einen Einsatz der Bundeswehr zur militärischen Unterstützung der Vereinigten Staaten. Ausschließlich die PDS-Anhänger sind mehrheitlich (69 Prozent) gegen eine Einbeziehung deutscher Truppen. Noch vor vier Wochen war die Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) gegen eine militärische Beteiligung Deutschlands am Gegenschlag. 65 Prozent der Frauen sehen gegenwärtig eine Friedensbedrohung für Europa, bei den Männern sind es nur 37 Prozent. Grafiken:
Die Sonntagsfrage
Beurteilung der Politiker Der Terror wirkt sich auch auf die Stimmung gegenüber Fremden aus. Nur noch 11 Prozent der Befragten wollen, dass künftig mehr Ausländer in der Bundesrepublik leben, 40 Prozent wollen weniger Ausländer. Die klare Mehrheit von 45 Prozent vertritt weiter die Meinung, die Zahl nicht-deutscher Mitbürger sollte sich nicht ändern.

Die Bundesregierung kann von der aktuellen Stimmung deutlich profitieren. Die Zufriedenheit - auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf - beträgt im Oktober 0,8, nachdem sie sich zuvor nur noch knapp im positiven Bereich der Skala bewegt hatte. Zu verdanken hat die Koalition diesen Stimmungsaufschwung vorwiegend der SPD.

Die innere Sicherheit und das Gefährdungsgefühl, die große Teile des Hamburger Wahlkampfs bestimmt hatten, spielen bundesweit eine geringere Rolle. Doch 15 Prozent aller Befragten könnten sich vorstellen, eine Partei wie die des Ex-Amtsrichters Ronald Schill zu wählen. Überdurchschnittlich häufig erklärten dies die Unionsanhänger.

Die Deutschen denken insgesamt, dass sowohl die SPD als auch die Grünen nicht voll zur gemeinsamen Koalition stehen. 44 Prozent der Befragten zweifeln die Treue des großen Partners an, 40 Prozent meinen jedoch, dass die Sozialdemokraten hinter der rot-grünen Partnerschaft stehen. Noch deutlicher sind die Zweifel an der Koalitionstreue der Grünen.

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