Politik : Das Ziel waren möglichst viele Tote

Karlsruhe/Düsseldorf - Die vor einem Jahr im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen haben nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft mit ihren geplanten Attentaten in Deutschland möglichst viele Menschen töten wollen. Die drei vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf angeklagten Männer hätten „Sprengstoffanschläge insbesondere gegen amerikanische Staatsbürger und US-amerikanische Einrichtungen mit einer möglichst hohen Opferzahl“ begehen wollen, teilte die Anklagebehörde am Freitag in Karlsruhe mit. Als Anschlagsziele zogen sie demnach Gaststätten, Pubs, Diskotheken und Flughäfen in Betracht, als Tatorte unter anderem Frankfurt am Main, Ramstein, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Stuttgart oder München.

Die beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie der türkische Staatsbürger Adem Y. waren nach monatelanger Beobachtung durch Sicherheitskräfte Anfang September 2007 in einem Ferienhaus im sauerländischen Medebach festgenommen worden. Laut Anklage hatten die 29 und 22 Jahre alten Männer ab Februar 2007 große Mengen 35-prozentige Wasserstoffperoxid-Lösung beschafft mit dem Ziel, unter Beigabe weiterer Substanzen eine hochexplosive Sprengstoffmischung herzustellen. Die von den Beschuldigten beschafften Mengen hätten laut Bundesanwaltschaft eine explosive Mischung von 550 Kilogramm ergeben, das entspricht der Sprengkraft von etwa 410 Kilogramm TNT. Die Anschläge sollten nach Erkenntnissen der Strafverfolger vor der Bundestagsentscheidung über die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr am 12. Oktober 2007 verübt werden. Die Bundesanwaltschaft legt den drei mutmaßlichen Mitgliedern der „Islamische Dschihad-Union“ unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens und Verabredung zum Mord zur Last. Der Prozess gegen die Beschuldigten soll vor dem Terrorismussenat des Düsseldorfer OLG stattfinden. Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling stellte die Anklageschrift den Verteidigern zu. Die Anwälte haben nun innerhalb von zwei Monaten Gelegenheit zur Stellungnahme. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben