Politik : Daten, Fakten, Informationen

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PFLEGEBEDÜRFTIGE

Mindestens 90 000 Menschen sind in Berlin laut aktuellem Landespflegeplan auf Hilfe angewiesen. Tendenz zunehmend.

Die meisten (72 Prozent) werden zu Hause versorgt. Ein Viertel davon mit Unterstützung durch Pflegedienste, Tages- oder Kurzzeitpflege. 70 Prozent der Pflegebedürftigen sind Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, gepflegt werden

zu müssen. Rund 72 000 Pflegebedürftige in der Stadt sind 65 Jahre und älter. Bei den über

80-Jährigen ist mehr als jede zweite Frau und jeder dritte Mann auf Hilfe angewiesen.

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PFLEGEDIENSTE

In der Pflegeversicherung gilt der Grundsatz des „Vorrangs der häuslichen Pflege“, das heißt: Pflegebedürftige sollen so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Dabei leisten ambulante Pflegedienste einen wichtigen Beitrag. Mindestens 374 gibt es

in der Stadt, zwei Drittel davon in privater Trägerschaft. Sie betreuen

um die 20 700 Pflegebedürftige. Ambulante Pflegedienste sind in Deutschland nicht zertifiziert, das heißt, es gibt keine verbindlichen Qualitätskriterien.

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PFLEGEFÜHRER

In Berlin gibt es allein 278 stationäre Pflegeeinrichtungen. Diese sind von der Ausstattung und auch Ausrichtung sehr unterschiedlich. Ein gutes Pflegeheim für sich selbst oder einen Angehörigen zu finden, ist nicht leicht. Es gibt zwar jede Menge Übersichten, in denen Heime mit Adresen aufgelistet sind und auch die Selbstdarstellungsbroschüren der Betreiber sind nett anzuschauen – aber wirkliche Auskunft über die Qualität der Betreuung geben sie nicht. Das soll sich in Berlin ändern: die Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei/PDS), Heimbetreiber, Pflegekassen, der Landespflegeausschuss und der Tagesspiegel wollen gemeinsam einen Qualitätsvergleich der stationären Pflegeeinrichtungen in der Stadt ermöglichen. An den Kriterien, die einen solchen Vergleich ermöglichen sollen – zum Beispiel Personal- und Zimmerausstattung, medizinische Pflegequalität, Preise – wird derzeit gearbeitet und soll bis zur Sommerpause vorliegen (siehe Interview auf der Seite 6). Im Herbst 2007 könnte der erste Berliner Pflegeheimvergleich veröffentlicht werden. Später soll dann auch der ambulante Pflegebereich in den Qualitätsvergleich mit einbezogen werden.

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INFORMATIONEN

Von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales empfohlene Ansprechpartner zum Thema Pflege sind die in allen Bezirken eingerichteten Koordinierungsstellen „Rund ums Alter“, Tel. (0180) 59 500 59, Montags bis Freitag 9 bis18 Uhr. Und für Gepflegte, überforderte Angehörige oder Pflegekräfte das Projekt „Pflege in Not“, Telefon (030) 69 59 89 89, in Kreuzberg. Die Senatsverwaltung selbst bietet im Internet umfangreiche Informationen und Adressenlisten zum

Thema Pflege an. http://www.berlin.de/sen/soziales/sonstiges/pflege

Auch das Bundesgesundheitsministerium hält ein umfassendes Angebot im Internet vor. Die Adresse: http://www.bmg.bund.de.

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