Datenklau : Staatsanwaltschaft ermittelt Tatverdächtigen

Er wollte mit dem Verkauf von Kundendaten das schnelle Geld machen - nun hat die Staatswanwaltschaft Münster den jungen Mann ausfindig gemacht, der einem Mittelsmann der Verbraucherzentralen sechs Millionen Daten verkaufte. Gegen ihn wird jetzt ermittelt.

In der Datenklau-Affäre hat die Staatsanwaltschaft Münster nach eigenen Angaben den Tatverdächtigen ausfindig gemacht, der kürzlich einem Mittelsmann des Verbraucherzentralen-Bundesverbandes (vzbv) Millionen von Kundendaten verkauft hatte. Gegen den 22-jährigen Verkäufer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, mit mehreren Millionen persönlicher Daten gehandelt zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Münster am Freitag mitteilte, hat das von den Verbraucherschützern beauftragte Institut aus Hamburg Anzeige wegen widerrechtlichen Verkaufs von personenbezogenen Daten erstattet.

Das Institut sollte herausfinden, wie schnell man an widerrechtlich gehandelte Daten herankommt. Anlass war eine Online-Anzeige, in der solche Daten zum Kauf angeboten wurden. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, hatte am Montag in Berlin zwei CDs und eine DVD mit sechs Millionen Daten präsentiert, die in dem Scheingeschäft für 850 Euro gekauft wurden. Am Vortag (17. August) sei es zu einem Treffen zwischen dem 22-Jährigen aus Münster und dem Mittelsmann gekommen, um den fingierten Kauf vorzunehmen. Strafanzeige hatte deswegen auch der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix gestellt.

Bereits am Mittwoch hätten die Ermittler die Wohnung des Verdächtigen durchsucht und einen Rechner sowie weitere Datenträger sichergestellt. Der Beschuldigte gab der Staatsanwaltschaft zufolge an, er habe in verschiedenen Call-Centern gearbeitet und festgestellt, dass sich mit dem Verkauf personenbezogener Daten Geld verdienen lasse. Die Daten habe er jedoch nicht aus den Call-Centern, sondern über Internet-Kontakte, mit denen er Tauschhandel betrieben habe. (nis/dpa/AFP)

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