Datenschutz : Auch Drogeriekette Müller sammelt Gesundheitsdaten

Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung fragt auch die Drogeriekette Müller bei ihren Mitarbeitern Informationen über Krankheiten ab. Nach Lidl und Daimler wäre das der dritte Vorfall in Sachen Datenschutz.

Ulm / MünchenDie 18.000 Beschäftigten müssen dem Unternehmen regelmäßig Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben. Wer wegen Krankheit ausfällt, wird nach seiner Rückkehr zu einem Gespräch mit dem Vorgesetzten zitiert, berichtet ein Mitarbeiter in der Süddeutschen Zeitung. Auch der Gewerkschaft ver.di liegen Hinweise auf illegale Gesundheitsakten vor.

Das Vorgehen der Geschäftsleitung stößt schon länger auf Kritik der Gewerkschaft. So seien in einigen Unternehmen zwar Gespräche mit dem Vorgesetzten nach beendeter Krankheit üblich, allerdings nur, wenn der Betriebsrat einverstanden ist. Die Drogeriekette Müller hingegen verhindere die Gründung solcher Betriebsräte, kritisiert ver.di.

Die Geschäftsleitung der Drogeriekette wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Es wäre der dritte Skandal im Zusammenhang mit Gesundheitsdaten von Mitarbeitern. Anfang April wurde bekannt, dass der Discounter Lidl geheime Krankenakten seiner Beschäftigten führt. Der Deutschlandchef musste deshalb gehen. Vergangenen Mittwoch kam heraus, dass auch der Autobauer Daimler illegal Gesundheitsdaten sammeln. (mm, dpa)

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