Datenschutz : Hunderttausende Menschen von Internet-Kriminalität betroffen

Die Polizei liefert sich ein technisches Wettrüsten mit Internet-Kriminellen: Besonders Trojaner, die unter anderem Kontodaten auf Privatrechnern ausspähen, lassen die Anzahl der Online-Straftaten immer weiter ansteigen.

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Trojaner spähen persönliche Daten aus - ohne Lupe, dafür mit modernster Technik. -Foto: dpa

BerlinVon der wachsenden Internet-Kriminalität sind nach Einschätzung von Sicherheitsexperten bereits hunderttausende Deutsche betroffen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, sprach am Dienstag von "einigen hunderttausend Menschen", die mit derartigen Verbrechen in Berührung gekommen seien. Zunehmend würden herkömmliche Straftaten durch professionellen und organisierten Betrug oder Datendiebstahl im Internet ersetzt, sagte Ziercke beim "Forum Sicherheit 2009" zur Computerkriminalität. Die Täter würden sich inzwischen "ausgefeilter und modernster Technik" bedienen, die die Polizei vor immer schwierigere Aufgaben stelle.

Ziercke sieht besonders sogenannte Trojaner als neue gefährliche Waffe der Internet-Kriminellen. Dabei werden Schadprogramme über Spam-Mails auf privaten Computern installiert. Die Programme arbeiten unsichtbar und spähen Kontodaten aus und übermitteln sie nach außen. Immer häufiger würden solche Programme auch heimlich auf ungeschützten Handys installiert, sagte Ziercke. Kontinuierlich müsste die Polizei technisch aufrüsten, um dagegenzuhalten. Die Strafverfolgung sei "sehr schwierig". Besonders aus Osteuropa würden organisierte Banden zuschlagen.

Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Udo Helmbrecht, beklagte "erschreckend" viele Sicherheitslücken bei Firmencomputern und privaten Rechnern. Laut dem Bundesverband der Informationswirtschaft erlitten bereits sieben Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren einen finanziellen Schaden - zum Beispiel durch Viren, Internet-Auktionen oder beim Online- Banking. Nötig seien spezielle Staatsanwaltschaften, die sich um organisierte Kriminalität im Internet kümmerten, forderte Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied von Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien). (sba/dpa)

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