Politik : Dax-Firmen bauen Stellen ab – trotz guter Gewinne

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Berlin Die Deutsche Bank ist mit ihrem umstrittenen Stellenabbau nicht allein: Wie eine Umfrage des Tagesspiegels ergab, plant eine Reihe der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands trotz steigender Gewinne, ihre Beschäftigtenzahl zu senken. Diese Strategie haben viele bereits 2004 angewandt.

Die Allianz-Gruppe etwa verdiente 2004 mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr, während die Mitarbeiterzahl um knapp 17 Prozent sank. Henkel verdiente zehn Prozent mehr und senkte die Stellenzahl um fünf Prozent. Auch der Berliner Pharma-Konzern Schering verdiente zehn Prozent mehr und baute 3,9 Prozent der Beschäftigten ab. Die Deutsche Telekom plant, in den kommenden Jahren Rekordgewinne zu realisieren und gleichzeitig massiv Stellen abzubauen.

Der neue Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, sagte dem Tagesspiegel, er halte staatliche Direktiven hier für verfehlt. Börsennotierte Unternehmen seien ihren Aktionären verpflichtet, nicht dem Staat. Als erstes Mitglied der Bundesregierung hatte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement bei den Unternehmen mehr soziale und patriotische Verantwortung angemahnt. Rückendeckung erhielt er am Montag auch aus dem bürgerlichen Lager. Es sei töricht, nur auf Gewinnmaximierung zu setzen, sagte Gerald Weiß, der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA. „Die Väter der sozialen Marktwirtschaft hatten eine christliche Weltanschauung. Die darf nicht verloren gehen“, sagte er.mod/ce

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