DDR-Aufarbeitung : Merkel will Stasi-Unterlagenbehörde erhalten

Die Akte Staatssicherheit soll noch nicht geschlossen werden: Bundeskanzlerin Merkel machte bei einem Besuch der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin-Lichtenberg deutlich, dass sie die Einrichtung für wichtig und erhaltenswert hält.

Birthlerbehörde
Angela Merkel (rechts) lässt sich von Marianne Birthler die Behörde zeigen. -Foto: dpa

Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich dafür ein, dass die Stasi-Unterlagenbehörde noch Jahre weiterarbeitet. "Es hat sich gezeigt, dass die Offenheit der Stasi-Akten zur Versöhnung beigetragen hat und nicht zur Spaltung", sagte die Kanzlerin am Donnerstag bei ihrem ersten Besuch der Behörde in Berlin. Genau 19 Jahre nach der Erstürmung der Stasi-Zentrale durch DDR-Bürgerrechtler informierte sich Merkel im Archiv in Lichtenberg über die Hinterlassenschaft des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. Dabei wurde sie von der Leiterin der Stasi- Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, begleitet.

Birthler möchte die Behörde zur Aufarbeitung mindestens bis 2019 erhalten. Nach dem Konzept von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sollen die Akten mittelfristig in das Bundesarchiv überführt werden. Merkel sagte, dass die Stasi-Unterlagen erst "eines Tages" in normale Archive integriert werden sollen. In der nächsten Legislaturperiode werde eine Expertenkommission Vorschläge zur Zukunft der Behörde erarbeiten. Sie gehe davon aus, dass die Behörde gerade im 20. Jahr des Mauerfalls ihre wichtige Arbeit fortsetze, sagte Merkel.

In dem Archiv in Lichtenberg lagern mehr als 43 Kilometer Stasi-Akten und Millionen Karteikarten. Im Vorjahr wurden rund 87.000 Anträge auf Akteneinsicht gestellt. (ho/dpa)

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