DDR-Geschichte : Egon Krenz' späte Einsicht

Der frühere DDR-Staatsratsvorsitzende Egon Krenz hat bedauert, dass Bürgerrechtler in der DDR "Unrecht erfahren" haben. "Das tut mir leid, und ich würde es gern ungeschehen machen", sagte Krenz.

Krenz
Der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Egon Krenz -Foto: ddp

BerlinKrenz erklärte die Sicherheitsdoktrin der DDR sei damals generell "übertrieben" gewesen. Auch zur Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann ging Krenz auf Distanz; sie sei "nicht notwendig gewesen". In dem Interview mit der "Zeit" lobt Krenz, der sich heute noch als Kommunist "aus Überzeugung" versteht, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Ihre Ellbogen, mit denen sie sich gegen die Männerriege in der CDU/CSU durchsetzen muss, setzt sie gekonnt ein."

Der SPD-Politiker und Koordinator im Auswärtigen Amt für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, sagte laut über den früheren Staatsratsvorsitzenden: "Krenz war zwar ein überzeugter Kommunist", aber bei "Verhandlungen ein fairer und zuverlässiger Partner". Voigt hatte dem Blatt zufolge in den siebziger Jahren auf Einladung der sowjetischen Jugendorganisation Komsomol in einem Erholungsheim auf der Halbinsel Krim mit dem Ehepaar Krenz einen gemeinsamen Urlaub verbracht. (mit AFP)

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