Politik : DEBATTE IN FRANKREICH ÜBER TOD VON SOLDATEN

Über eine Woche nach dem Tod zehn französischer Soldaten in Afghanistan sind in Paris Zweifel an der offiziellen Darstellung des Hergangs laut geworden. Nach einem Bericht der satirischen Wochenzeitschrift „Le canard enchaîné“ seien gleich zu Beginn der Kämpfe am Usbin-Pass vier französische Soldaten von den Taliban gefangen genommen und exekutiert worden. Die afghanischen Soldaten, die dem französischen Konvoi angehörten, hätten sofort die Flucht ergriffen. Der afghanische Dolmetscher sei einige Stunden vor Beginn der Patrouille verschwunden. Das hätte die Einsatzleiter veranlassen müssen, Verrat zu befürchten und eine vorherige Aufklärung des Gebiets aus der Luft vorzunehmen. Dies sei unterblieben, da Frankreich in Afghanistan über keine Drohnen verfügt und die beiden Helikopter zum Personenschutz von Präsident Karsai abgestellt gewesen seien. Verteidigungsminister Hervé Morin dementierte: Die Autopsie der Leichen lasse keine Rückschlüsse auf Exekutionen zu. Auf Wunsch der Angehörigen waren keine Autopsieberichte veröffentlicht worden. „Le Monde“ berichtete, einige Leichen seien von den Taliban der kugelsicheren Westen und Ranger-Stiefel beraubt worden.hhb

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