Debatte um Antisemitismus : Kein Anstieg antisemitischer Straftaten in Deutschland

Antisemitische Parolen während der Militäroffensive in Gaza schreckten die deutsche Öffentlichkeit auf. Doch laut Angaben der Bundesregierung gibt es keinen Anstieg von Antisemitismus in Deutschland. Die meisten Taten gehen weiterhin von Rechtsextreme aus.

Eine Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin.
Eine Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin.Foto: DPA

Die antisemitischen Auswüchse bei Protesten gegen den Gaza-Krieg haben viele Menschen aufgeschreckt - doch Teil eines generellen Anstiegs solcher Aktionen in Deutschland sind sie offensichtlich nicht. Laut „Nordwest-Zeitung“ (Freitag) sank die Zahl der Straftaten mit antisemitischem Hintergrund im ersten Halbjahr 2014 - also vor Beginn der Militäroperationen im Gazastreifen - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Das geht aus einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der Linke-Abgeordneten Petra Pau hervor, die der Zeitung vorlag. Danach wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 350 antisemitische Straftaten registriert. Im ersten Halbjahr 2013 hatten die Behörden 409 Delikte gezählt. Im zweiten Quartal dieses Jahres seien im Zusammenhang mit antisemitischen Straftaten 90 Tatverdächtige ermittelt worden, hieß es. 86 von ihnen stammten aus dem rechtsextremistischen Milieu, vier waren "Ausländer". Haftbefehle wurden nicht erlassen.
Bei Protesten gegen die israelischen Bombardierungen im Gazastreifen im Juli waren Parolen gegen Juden zu hören gewesen. Die Behörden hatten daraufhin wegen des Verdachts auf Volksverhetzung ermittelt. (dpa)

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