Debatte um Integration : Sarrazin fordert Kopftuchverbot für Schülerinnen

Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat sich erneut zum Thema Integration geäußert. Auf einer Podiumsdiskussion in Berlin forderte der frühere Berliner Finanzsenator ein Kopftuch-Verbot für muslimische Schülerinnen.

"Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen. Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches", sagte Sarrazin der "Bild"-Zeitung zufolge auf einer Podiumsdiskussion in Berlin. Es handele sich um ein Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau. Der SPD-Politiker sagte demnach weiter: "In Europa haben wir steigende Zahlen von Muslimen, was in allen Ländern Probleme macht."

Sarrazin, der früher Finanzsenator in Berlin war, forderte dem Bericht zufolge, den Zuzug von Ausländern zu begrenzen. Seine Ratschläge: "Erstens den Zuzug begrenzen. Zweitens diejenigen, die da sind, unter Integrationsdruck setzen. Politik und Gesellschaft müssen eine Erwartungshaltung herstellen." Zudem würde er "darauf bestehen, dass man Deutsch redet."

Schülerinnen in Deutschland steht es an öffentlichen Schulen frei, Kopftücher zu tragen. In Berlin gilt seit 2005 allerdings ein "Neutralitätsgesetz", nach dem weder Lehrkräfte, noch Richter und Polizisten im Dienst Kopftuch, Kreuz oder jüdische Kippa tragen dürfen.

Sarrazin war erst kürzlich durch eine heftig umstrittene Migranten-Kritik in die Schlagzeilen geraten. Er hatte türkischen und arabischen Einwanderern in Berlin vorgeworfen, sie seien "weder integrationswillig noch integrationsfähig". Sie hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel" und produzierten "ständig neue kleine Kopftuchmädchen". (ddp/AFP)

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