Politik : Debatte um Nationalstolz: CSU übt scharfe Kritik an Bundespräsident Rau

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Die CSU hat Bundespräsident Johannes Rau mangelnden Nationalstolz vorgeworfen. "Bei einem Bundespräsidenten, der diesen Stolz nicht hat, darf man fragen, ob er die 80 Millionen Bürgerinnen und Bürger seines Landes angemessen vertritt", sagte CSU-Generalsekretär Thomas Goppel laut der "Bild"-Zeitung vom Montag. Goppel erhielt dafür allerdings keine Unterstützung von Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Von SPD und Grünen erntete er herbe Kritik, Rau wies die Vorwürfe zurück. In der Debatte um Bundesumweltminister Jürgen Trittin und dessen umstrittener Skinhead-Äußerung über CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hatte der Bundespräsident gesagt, er mache sich den Satz "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein" nicht zu eigen. "Stolz ist man auf das, was man selber zu Wege gebracht hat." Man könne froh oder dankbar sein, ein Deutscher zu sein, aber nicht stolz.

Die Diskussion über Trittin will die CDU in Rheinland-Pfalz für den Wahlkampf mit einer Unterschriftenaktion gegen den Bundesumweltminister nutzen. Dort bestimmen die Bürger am Sonntag über die künftige Zusammensetzung des Landtags. Der Pressesprecher der Landes-CDU, Thomas Bippes, sagte dem Tagesspiegel am Montag: "Ziel ist die sofortige Amtsenthebung Trittins." Die Aktion habe das Motto: "Man muss sich nicht alles gefallen lassen." Am Donnerstag werde ein Plakat dazu flächendeckend geklebt. Freitag und Samstag würden landesweit Unterschriften gesammelt.

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Hintergrund: Die Rau-Äußerung Ihre Meinung ist gefragt: Kann man auf die Zugehörigkeit zu einer Nation stolz sein?

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