Politik : Deiche durchweicht - Lage in Oderregion bleibt dramatisch

EU-Kommissarin Wulf-Mathies sagt weitere Hilfen zu / Von den durchweichten Dämmen geht nun die größte Gefahr aus / Tausende Helfer zum Befestigen der Wälle eingesetzt POTSDAM/FRANKFURT(ODER) (Tsp/dpa/rtr).Weil die Deiche völlig durchweicht sind, bleibt die Hochwasserlage entlang der Oder weiterhin dramatisch.Vor allem im Oderbruch versuchen nach wie vor Tausende Einsatzkräfte, die immer durchlässiger werdenden Wälle zu stabilisieren.Mit einem neuen Damm soll das Oderbruch von Süden her gegen eine mögliche Überflutung geschützt werden.Bei einem Besuch der Hochwasserregion sagte EU-Komissarin Monika Wulf-Mathies am Freitag weitere Hilfen der Europäischen Union (EU) für die Menschen zu. Am Sonnabend sollen die Arbeiten an dem rund zweieinhalb Kilometer langen und fünf Meter hohen neuen Wall zwischen Oder und Reitwein (Märkisch-Oderland) beginnen.Sollte der Hauptdeich südlich von Reitwein bei Lebus brechen, würde dann lediglich der weitgehend unbewohnte Südzipfel des Oderbruchs überschwemmt.Bei Hohenwutzen, Reitwein und Lebus war die Lage am Freitag unverändert kritisch.Die Sickerstellen sind nach Aussagen des brandenburgischen Innenministeriums kaum noch zu zählen.Bei Hohenwutzen wurde begonnen, den schwer beschädigten Deich mit Rohren und Pumpen zu entwässern. Nach Angaben von Wulf-Mathies sollen zunächst drei Millionen Mark Soforthilfe für besonders hart Betroffene bereitgestellt werden.Später könnten 84 Millionen Mark für den Wiederaufbau hinzukommen.Sollte dies nicht ausreichen, müsse auch über eine Korrektur des europäischen Förderkonzeptes nachgedacht werden.Auch SPD-Vorsitzender Lafontaine informierte sich über die Situation an der Oder. Das Bundeskabinett wird sich am Dienstag erneut mit der Hochwasserkatastrophe befassen, wurde in Bonn mitgeteilt.Zur direkten Nothilfe hatte das Kabinett am 23.Juli beschlossen, einen Betrag von 20 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen.Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau werden zinsverbilligte Darlehen bis zu insgesamt 200 Millionen Mark gewährt. Unterdessen wurden in Tschechien begonnen, Schuldverschreibungen in einer Gesamthöhe von fünf Milliarden Kronen (270 Millionen Mark) mit einer Laufzeit von fünf Jahren auszugeben, um den Wiederaufbau der bei den Überschwemmungen der vergangenen Wochen zerstörten Regionen des Landes finanzieren zu können.

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