Demonstrationen in Griechenland : Polizei geht mit Tränengas gegen Protestler vor

Im Zentrum Athens demonstrieren wieder tausende Schüler und Studenten. Es kommt erneut zu Ausschreitungen. Die Polizei geht mit Tränengas gegen Randalierer vor, die Steine und Molotow-Cocktails werfen.

Athen
Die Polizei geht gegen Protestler vor dem griechischen Parlament vor. -Foto: AFP

AthenIn Athen haben sich am Mittwoch mehrere tausend Menschen zu Protesten versammelt. Eine Demonstration von Schülern und Studenten zog zum zentralen Syntagma-Platz, wo das Parlamentsgebäude liegt, um gegen den Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugeln zu protestieren. Die Polizei ging mit Tränengas gegen Randalierer vor, die Molotow-Cocktails und andere Gegenständen warfen.

Anlässlich eines Generalstreiks zogen mehrere hundert Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft Pame zum Arbeitsministerium. Die beiden größten Gewerkschaften des Landes riefen ihre Anhänger auf, sich am Nachmittag "friedlich" vor dem Parlament zu versammeln. Die Polizei befürchtete nach tagelangen Ausschreitungen nach dem Tod des 15-Jährigen weitere Unruhen. Ministerpräsident Kostas Karamanlis hatte die Gewerkschaften am Dienstag aufgerufen, angesichts der angespannten Lage ihre Demonstrationen abzusagen.

Durch den Generalstreik wird der Auto-, Flug- und Schiffsverkehr in Griechenland voraussichtlich lahmgelegt. Auch in Banken, Behörden und staatlichen Unternehmen wie dem Stromversorger DEI ruht die Arbeit.

Andreas Grigoropoulos offenbar durch Abpraller getötet

Der durch eine Polizeikugel getötete 15-jährige Andreas Grigoropoulos wurde offenbar von einem Querschläger tödlich getroffen. Das habe die Autopsie der Leiche ergeben, hieß es am Mittwoch aus Justizkreisen. Demnach ist die Kugel "ein bisschen verformt, was darauf hinweist, dass sie auf einen harten Untergrund prallte", bevor sie in die Brust des Opfers einschlug. Der Jugendliche wurde am Dienstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.

Nachdem am Samstagabend in Athen der 15-Jährige durch Polizeischüsse getötet worden war, waren in der Hauptstadt und in anderen Städten des Landes gewaltsame Proteste ausgebrochen. In der Nacht zu Mittwoch nahm die Polizei bei Krawallen rund um die Polytechnische Universität in Athen 41 Menschen fest. (ae/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben