Politik : DemonstrativeHarmonie im Weißen Haus Netanjahu und Obama geben sich versöhnt

Washington - Nach Monaten diplomatischer Verstimmungen haben der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und US-Präsident Barack Obama wieder Einigkeit demonstriert. Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen beiden sei am Dienstag exzellent verlaufen, sagte Obama nach dem Treffen im Weißen Haus. Es habe sich gezeigt, dass die Freundschaft zwischen beiden Staaten außerordentlich und unzerbrechlich sei. Netanjahu nannte Berichte über Probleme in den bilateralen Beziehungen beider Länder als „schlicht falsch“.

    Im Mittelpunkt der fünften Begegnung von Obama und Netanjahu hätten vor allem die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern gestanden. Beide Politiker sprachen sich für die Aufnahme direkter Gespräche zwischen beiden Lagern aus. Es sei höchste Zeit, den indirekten in einen direkten Dialog zu überführen, sagte Netanjahu. Frieden sei die beste Option für Israel und jetzt gebe es die Gelegenheit, ihn zu erreichen. „Wir müssen aber mit den Verhandlungen beginnen, um sie zu Ende bringen zu können.“ Israel und die Palästinenser sprechen seit rund zwei Monaten nur über den US-Nahost-Vermittler George Mitchell miteinander, der mit Fragen und Antworten zwischen Ramallah und Jerusalem pendelt. Nach 16 Monaten Funkstille zwischen beiden Lagern sollte damit ein neuer Anlauf zur Lösung des blutigen Konfliktes unternommen werden. „Wir erwarten, dass es zu direkten Gesprächen führt und ich glaube, dass sich die israelische Regierung dafür einsetzt“, sagte Obama.

Die Begegnung zwischen Obama und Netanjahu diente vor allem dazu, die seit Monaten schwelenden Spannungen zwischen beiden Staaten auszubügeln, verlautete vorab aus dem Weißen Haus. Zuletzt hatte es massiven Streit über die israelische Siedlungspolitik gegeben. Ausgerechnet während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden hatte Israel im Frühjahr den Bau von 1600 Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems bekanntgegeben. Ein darauffolgendes Treffen zwischen Obama und dem Ministerpräsidenten verlief sehr frostig – es gab nicht einmal einen Fototermin. Anders diesmal, als Obama das Treffen mit einem langen, festen Händedruck beendete.

Auch den israelischen Ärger über den Atomwaffensperrvertrag der UN räumte Obama aus. Es bleibe bei der US-Haltung, dass Israel sich mit Mitteln verteidigen dürfe, die seinen „besonderen Sicherheitsbedürfnissen“ gerecht würden, sagte der Präsident. WEIßES HAUS]dpa

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