Politik : Den Haager Tribunal: Der Krieg in Kroatien

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Als Kroatien 1991 seine Loslösung aus dem Staatenbund Jugoslawien erklärt hatte, griff die Bundesarmee in den Konflikt ein. In der jugoslawischen Volksarmee waren die Serben stark vertreten. Mit Hilfe paramilitärischer Gruppen brachten sie fast ein Drittel des Landes unter Kontrolle - darunter die so genannte Krajina. Bis zum Kriegsende im Sommer 1995 eroberte die kroatische Armee wiederum einen Teil jener Gebiete zurück, der Rest wurde nach UN-Vermittlung kampflos übergeben. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass der Rückeroberung der Krajina eine Absprache zwischen dem kroatischen Präsidenten Tudjman und dem serbischen Staatschef Milosevic vorausging. Milosevic siedelte daraufhin viele der Krajina-Serben in der heutigen bosnischen Serbenrepublik, der Republika Srpska, an. Bei den Eroberungszügen sollen auch jene Generäle beteiligt gewesen sein, die von Zagreb jetzt ans UN-Tribunal ausgeliefert werden sollen: General Rahim Ademi, der aus dem Kosovo stammt, verantwortete eine Offensive auf die damals in der Krajina angesiedelten Serben. Ante Gotovina wird unter anderem der Artiellerie-Beschuss des Krankenhauses von Knin zur Last gelegt, bei dem es 1995 viele zivile Opfer gegeben hatte. Die Namen beider Männer stehen auf der geheimen Fahndungsliste des Kriegsverbrechertribunals.

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