Politik : Denkzettel für Aznar bei Kommunalwahl

Partei des spanischen Premiers büßt landesweit Stimmen ein

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Madrid (dpa). Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar hat für seine proamerikanische Haltung im Irak-Konflikt bei den spanischen Kommunal- und Regionalwahlen einen Denkzettel bekommen. Seine konservative Volkspartei (PP) büßte nach Schätzungen vom Sonntagabend in weiten Landesteilen Stimmanteile an die Linksparteien ein. Allerdings hielten sich die Verluste insgesamt in Grenzen.

Erstmals seit acht Jahren können die Sozialisten (PSOE) wahrscheinlich die Regierung der Region von Madrid stellen. Damit scheiterte auch die Kandidatur von Aznars Frau Ana Botella, die im Falle eines Sieges der PP als Sozialdezernentin in Madrid vorgesehen war. Die PSOE behauptete zudem ihre Mehrheiten in den Regionen Kastilien-La Mancha, Extremadura, Asturien und Aragon. Auf den Balearen baute die rot-grüne Koalition, die vor einem Jahr die umstrittene Touristen-Abgabe eingeführt hatte, ihre Mehrheit aus.

Aznars PP behauptete ihre Mehrheit in acht Regionalparlamenten, darunter in Valencia, Kastilien-Leon, Navarra und Murcia. In den Großstädten lieferte sich die PP ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Linksparteien im Kampf um den Bürgermeisterposten in Madrid. In Barcelona baute die PSOE ihre Mehrheit aus. Außerdem nahmen die Sozialisten der PP wahrscheinlich die Stadtregierungen in Saragossa und Valladolid ab. Die PP behauptete dagegen ihre Mehrheit in der Hafenstadt Valencia.

Rund 35 Millionen Stimmberechtigte waren aufgerufen, über die Vergabe von 8100 Bürgermeisterposten und 66 000 Sitzen in den Gemeinderäten zu entscheiden. Außerdem fanden in 13 der 17 autonomen Regionen des Landes Wahlen zu den Regionalparlamenten statt.

Im Baskenland markierten die Wahlen den Beginn einer neuen Ära. Erstmals seit über 20 Jahren durften keine Separatisten antreten, die mit der Terror-Organisation Eta sympathisieren. Die Eta-nahe Partei Batasuna war im März verboten worden. Am Tag vor der Wahl wurden bei der Explosion einer Paketbombe in einem Postamt in Valencia vier Mitarbeiter verletzt. Die Polizei machte eine linksextremistische Gruppierung für den Anschlag verantwortlich. Eine Beteiligung der Eta schloss sie aus.

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