Politik : Deponien: Auslaufmodell Müllkippe

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In fünf Jahren wird es in Deutschland deutlich weniger Mülldeponien geben - zumindest wenn es nach Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) geht, der an diesem Mittwoch dem Kabinett eine Rechtsverordnung zur Neuregelung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes vorlegen wird. Demnach werden die Städte und Gemeinden den anfallenden Müll in Zukunft nicht mehr ablagern dürfen, sondern ihn komplett verwerten müssen. Sie werden ihn also verbrennen oder sortieren und kompostieren.

Bislang werden in Deutschland noch Zweidrittel des Hausmülls und des hausmüllähnlichen Gewerbemülls auf Deponien gelagert. Die meisten dieser Lager werden mit dem neuen Gesetz nicht mehr rechtmäßig sein, da sie den höheren Umweltanforderungen nicht entsprechen. Denn Mülldeponien verschandeln nicht nur die Landschaft und können das Grundwasser verunreinigen, aus ihnen entweichen auch permanent Methangase, laut Bundesumweltministerium sind sie "eine der größten Quellen von klimaschädigenden Methangasemissionen". Der einzige Müll, der ab 2005 noch deponiert werden soll, ist reiner Bauschutt und der unverwertbare Rest aus den Müllverbrennungsanlagen und den Kompostieranlagen.

Für die Kommunen wird die neue Verordnung teuer. Sie werden entweder selbst Anlagen bauen müssen und ihre Deponien schließen oder gezwungen sein, den Müll in andere Gemeinden transportieren. Zu erwarten ist auch, dass die Gebühren der städtischen Abfallsammler steigen. Der Mülltourismus jedoch wird weitergehen. Über den bisherigen Transport von hausmüllähnlichem Gewerbeabfall über die Ländergrenzen hinweg ärgern sich vor allem die Städte, denen der Müll und damit die Einnahmen verloren gehen. So kutschieren Abfallunternehmer den Müll quer durch Deutschland, um Deponiekosten zu sparen. Das Umweltministerium will daher mit den Ländern Kriterien für eine umweltverträgliche Verwertung und Lagerung des Gewerbemülls erarbeiten.

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