Der 18. Deutsche Bundestag : Wer sind die Neuen?

Sie waren Lehrer, Landwirte, Metzger oder sogar Wrestler. Am Dienstag haben sie ein neues Leben angefangen – als Abgeordnete. Ein Drittel der insgesamt 631 Parlamentarier zieht erstmals in den Bundestag ein. Acht von ihnen stellen wir hier vor.

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Von Holland über Sachsen-Anhalt in den Bundestag. Kees de Vries wurde 2005 deutscher Staatsbürger. Der 58-Jährige ist Milchbauer und hat mit seiner Frau sechs Kinder. Im Bundestag will sich er sich - wie passend - vor allem um die Themen Landwirtschaft, ländlicher Raum und Umwelt kümmern.Alle Bilder anzeigen
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23.10.2013 10:20Von Holland über Sachsen-Anhalt in den Bundestag. Kees de Vries wurde 2005 deutscher Staatsbürger. Der 58-Jährige ist Milchbauer...

Die einen fühlen sich wie am ersten Schultag, andere erinnern sich an den Beginn des Studiums oder der Bundeswehrzeit. Überall neue Gesichter, unbekannte Abläufe und Wege, ständig verläuft man sich. Willkommen im Deutschen Bundestag! Mehr als ein Drittel der insgesamt 631 Abgeordneten sind hier neu eingezogen, müssen Büros einrichten, Mitarbeiter rekrutieren und sich auf die verschiedenen Gremien verteilen.

Damit sie sich schnell zurechtfinden, hat die Bundestagsverwaltung gleich nach der Wahl zwei Informationsveranstaltungen organisiert. Es gibt Hinweise, Tipps, den vorläufigen Parlamentsausweis und graue Jutebeutel voller Infomaterial. Darüber hinaus laden die Parteien ihre Neulinge nicht nur zu Fraktionssitzungen, sondern auch zu informellen Treffen. Hier werden erste Kontakte geknüpft und letzte Fragen beantwortet. Vielleicht fallen die Neuparlamentarier also schon gar nicht mehr so auf, wenn der Bundestag an diesem Dienstag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt.

Hier ziehen sie ein.
Hier ziehen sie ein.Foto: dpa

Dass diesmal so viele Neue dabei sind, die davon oft selbst ziemlich überrascht wurden, hat viel mit dem veränderten Wahlrecht zu tun. Es soll einen möglichst exakten Parteienproporz herstellen. Überhangmandate werden jetzt durch Ausgleichsmandate quasi neutralisiert. Das bedeutet mehr Sitze, mehr Abgeordnete.

Von den 230 neuen Parlamentariern sind 96 Frauen. Gemäß ihrem Wahlergebnis stellt die Unionsfraktion die meisten Neulinge: 114. Für die Sozialdemokraten sitzen 87 neue Abgeordnete im Parlament, für die Grünen 18, die Linke kommt auf elf neue Gesichter.

Ihre Biografien, Ziele und Erfahrungen, die sie jetzt mindestens für vier Jahre in die deutsche Politik mit einbringen wollen, sind so verschieden und individuell wie ihre Wähler. Von einigen wird man noch hören, andere werden kaum in Erscheinung treten. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie alle sind auf der Suche nach ihrem Platz und ihrer Rolle im 18. Deutschen Bundestag.

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