Politik : Der Absturz der Mir: Dumachef Selesnjow will die Orbitalstation im letzten Moment retten

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Der kommunistische Dumachef Gennadij Selesnjow hat Russlands Staatspräsident Wladimir Putin aufgerufen, den Countdown zum kontrollierten Absturz der Orbitalstation Mir zu stoppen. In seinem vom 7. März datierten Schreiben, das jedoch erst am Montag der Öffentlichkeit bekannt wurde, plädiert Selesnjow dafür, spätestens am morgigen Mittwoch eine Initialzündung zu veranlassen, um die Mir wieder auf eine absturzsichere Umlaufbahn zu bringen. Später sollten die wissenschaftlichen Geräte an Bord mit Transportern zunächst entfernt, um dann auf einer noch zu bauenden Mir-2 installiert zu werden.

Selesnjow begründet seinen Vorschlag mit Etat-Kürzungen beim Bau der internationalen Weltraumstation ISS, wie sie USA-Präsident George W. Bush Anfang Februar dem Kongress vorschlug. Dadurch, so Selesnjow, würden in dem neuen Weltraumlabor nicht, wie erst geplant, sechs Astronauten gleichzeitig arbeiten, sondern lediglich drei. Dadurch würden nur US-Wissenschaftler ständig an Bord präsent sein. Russland, dem auf der ISS nur ein Drittel der Kapazitäten zur Verfügung stehe, solle seine Finanzierung für das ISS-Projekt für den Zeitraum bis 2003 einstellen und mit den dadurch frei werdenden Geldern den Bau der Mir-2 finanzieren. Einen Teil der Mittel sollten kommerzielle Flüge von Raumtransportern einbringen.

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