DER BESCHLUSS DES KURATORIUMS : Mit Bedauern

Die Mitteilung des Kuratoriums zur Absage der gesamten Preisverleihung in Auszügen: 

„Die Nominierung des früheren Staats- und jetzigen Ministerpräsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin als einer der vier Preisträger der „Quadriga“ 2011 steht in einer Reihe mit bisherigen Entscheidungen, jeweils einen der vier Jahrespreise an Persönlichkeiten zu geben, die sich in besonderem Maße für die Beziehungen zum geeinten Deutschland eingesetzt haben. (...) Die „Quadriga“ ist deshalb besonders betroffen von der massiven Kritik in den Medien und Teilen der Politik an einer Entscheidung, die die bisherige Praxis der Kooperation und Verständigung aufnimmt und weiterentwickelt. Sie bedauert zudem, dass sich die öffentliche Berichterstattung ausschließlich auf die Nominierung einer Persönlichkeit konzentriert und die Preise für den palästinensischen Ministerpräsidenten Dr. Salam Fayyad, die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa und die Lehrerin Betül Durmaz weitgehend außer Acht lässt.

Die „Quadriga“ bedauert außerdem zutiefst die Nachricht Vaclav Havels, den 2009 an ihn verliehen Preis zurückgeben zu wollen. Präsident Havel wurde für die „Macht des aufrechten Ganges“ ausgezeichnet. Umso mehr schmerzt es nun, dass er nunmehr keine Möglichkeit mehr zu sehen scheint, im Kreis der Preisträger zu verbleiben. (...)

Die „Quadriga“ hat sich bei den Betroffenen entschuldigt und diese angesichts des zunehmend unerträglichen Drucks und der Gefahr weiterer Eskalierung um Verständnis dafür gebeten, dass sie sich, nicht zuletzt um die Preisträger zu schützen, zu ihrem großen Bedauern gezwungen sieht, von einer Preisverleihung am Tag der Deutschen Einheit im Jahre 2011 abzusehen.“ Tsp

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