Politik : Der Club der grünen Panther

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Berlin Union und SPD haben sie längst, nun haben sich auch die Grünen eine eigene Seniorenorganisation zugelegt. Am rief die Umweltpartei eine eigene Parteigliederung für ältere Menschen ins Leben. Der „Spiegel“ sprach schon zuvor spöttisch vom „Club der grüngrauen Panther“. Mitmachen kann jeder, der über 50 ist. Die 20 Gründungsmitglieder wählten Edith Lampert (71) und den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Wilhelm Knabe zu Vorsitzenden.

Die Gründergeneration der Partei nähert sich der magischen Grenze von 60 oder hat sie schon überschritten. Bekanntester aktiver „Alt-Grüner“ im Bundestag ist mit 65 Jahren Hans-Christian Ströbele, der aber nur begrenztes Interesse an der Neugründung zeigt. Parteistrategen halten sie dagegen für wichtig, weil unter den bisherigen Wählern der Grünen nur wenige Senioren vertreten sind.

Zu den Markenzeichen der Umweltpartei gehörte bislang vor allem der Einsatz für Menschenrechte, der Kampf gegen die Atomkraft und das Bemühen um gesunde Nahrung. Wenn die Partei den Anregungen ihrer seniorenpolitischen Sprecherin Irmingard Schewe-Gerigk folgt, dann könnte das politische Angebot bald um den Kampf gegen Altersdiskriminierung erweitert werden. Bislang nehme die Politik ältere Menschen nur als arm, schwach und pflegebedürftig wahr, kritisierte Schewe-Gerigk. „Das Altenheim ist ein Auslaufmodell“, verkündete die Abgeordnete und forderte, neue Wohnformen für ältere Menschen zu schaffen.

Junge Grüne können sich mit Gleichaltrigen schon seit zehn Jahren in einer eigenen Parteigliederung austoben. Die leistet als Vorfeldorganisation in Schulen und Universitäten gute Arbeit, setzt in der Partei aber nur wenige Beschlüsse durch. Wenn es die alten Grünen geschickt anstellten, könnten sie bald eine weniger zahnlose Politik machen als ihre Enkel in der Partei. Die Grüne Jugend freute sich am Samstag dennoch „über den Nachwuchs“, der mit dem Alten-Verein heranwachse. hmt

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