Politik : Der dankbare dritte Platz

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Deutsches Team besiegt Portugal Schweinsteiger erzielt zwei Tore Kahn beendet seine Länderspielkarriere

Stuttgart/Berlin - Deutschland ist Dritter der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gewann am Samstag in Stuttgart das „kleine Finale“ gegen Portugal mit 3:1. Mann des Abends war der Münchener Bastian Schweinsteiger, der zwei Tore erzielte. Der weitere Treffer zu Gunsten der Deutschen war ein Eigentor des Portugiesen Petit, der einen scharf getretenen Freistoß Schweinsteigers abfälschte. Für Portugal traf kurz vor Spielende Nuno Gomes. Die Zuschauer in Stuttgart sahen eine muntere Partie der deutschen Mannschaft.

Die DFB-Auswahl musste auf mehreren Positionen umbesetzt werden. Kapitän Michael Ballack sowie die Verteidiger Per Mertesacker und Arne Friedrich fehlten wegen Verletzungen, sie wurden durch Sebastian Kehl, Marcell Jansen und Jens Nowotny ersetzt. Das Tor hütete Oliver Kahn, zu dessen Gunsten Stammkeeper Jens Lehmann auf einen Einsatz verzichtet hatte. „Das war mein letztes Länderspiel heute“, sagte Kahn nach dem Abpfiff. Es sei der emotionalste Moment seines Lebens.

Bei den Portugiesen bestritt Luis Figo, ehemaliger Weltfußballer des Jahres, sein letztes Länderspiel – er wurde bei seiner Einwechslung mit Sonderapplaus bedacht. Im WM-Finale stehen sich an diesem Sonntagabend in Berlin die Mannschaften von Frankreich und Italien gegenüber.

Schon Stunden vor dem Anpfiff war die deutsche Elf in Stuttgart gefeiert worden. Hunderte Anhänger belagerten das Teamquartier, sangen „Stuttgart ist viel schöner als Berlin“ und feierten Klinsmann. Auch im Stadion am Abend gab es immer wieder Sprechchöre für den Bundestrainer. Klinsmann wollte sich nicht äußern, ob er weitermacht. In den letzten zwei Jahren sei aber ein gutes Fundament gelegt worden. „Es ist der absolute Wahnsinn, was die Mannschaft geleistet hat. Wir werden noch viel Spaß an ihr haben.“

In Berlin versammelte sich auf der Fanmeile etwa eine Million Fans. Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich das Bild Deutschlands durch die Fußball-WM „total“ verändert. „Die Ausländer haben uns nicht zugetraut, dass wir länger als eine Stunde fröhlich sein können“, meinte die Kanzlerin. Wie andere frühere Klinsmann-Kritiker hat auch Günter Netzer seine Meinung über den Bundestrainer geändert. „Ich habe mich eines Besseren belehren lassen“, schreibt Netzer in der Tagesspiegel-Beilage „11 Freunde täglich“. „Jürgen Klinsmann hatte ein Ziel, und das hat er verfolgt, er hat sich nicht beirren lassen von Kritikern wie mir, er hat sein Ziel erreicht, und das nötigt mir Bewunderung und Respekt ab.“ Tsp

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