Politik : Der deutsche Geschäftsmann darf nach 28 Monaten das Land verlassen

Der deutsche Geschäftsmann Helmut Hofer ist 28 Monate nach seiner ersten Festnahme in Iran am Donnerstag von einem Teheraner Gericht auf freien Fuß gesetzt worden. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Ich danke all meinen Freunden in Deutschland", sagte der Hamburger nach seiner Freilassung. "Ich werde wahrscheinlich in den nächsten Tagen nach Hause fliegen."

Hofers Anwalt, Nasser Taheri, hatte zuvor mitgeteilt, dass das Teheraner Kammergericht den Deutschen wegen Beleidigung von zwei iranischen Sicherheitsbeamten zu einer Geldstrafe von umgerechnet 12 800 Mark verurteilt habe. Nachdem das Geld in die Gerichtskasse eingezahlt war, kam Hofer frei. Er könne das Land jederzeit verlassen, sagte sein Anwalt.

In Berlin nahm die Bundesregierung nach den Worten eines Sprechers des Auswärtigen Amtes die Gerichtsentscheidung "mit Erleichterung" zur Kenntnis. Beobachter gehen davon aus, dass Hofer schon Freitagmorgen mit dem nächsten Flug nach Frankfurt das Land verlassen wird. Der Fall Hofer hatte vor allem Aufsehen erregt, weil er wegen einer von ihm stets bestrittenen sexuellen Beziehung zu einer Moslemin zunächst zum Tode verurteilt worden war. Dieser Richterspruch wurde zwar im Herbst 1999 revidiert, es folgten jedoch immer neue Anschuldigungen. Zuletzt war Hofer seit Weihnachten gegen Kaution auf freiem Fuß.

Das Berliner Kammergericht hatte erst am Mittwoch den Iraner Hamid Khorsand wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße verurteilt. Bundesanwalt Bruno Jost hatte aber erklärt, dass von deutscher Seite kein Zusammenhang mit dem Fall Hofer bestehe. Khorsand war vom Geheimdienst Vevak auf die iranischen Dissidenten in Deutschland angesetzt.

Nach Ansicht politischer Beobachter ist mit der Regelung der Fälle Khorsand und Hofer der Weg frei für den seit langem geplanten Deutschland-Besuch des iranischen Staatspräsidenten Mohammed Chatami.

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