Politik : Der deutsche Geschäftsmann soll das Gefängnis heute gegen Kaution verlassen dürfen

Der seit mehr als zwei Jahren in Iran festgehaltene deutsche Geschäftsmann Helmut Hofer soll nach Angaben seines Anwalts am Donnerstag gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen werden. Das zuständige Teheraner Gericht habe einem entsprechenden Gesuch stattgegeben, sagte Hofers Verteidiger Nasser Taheri am Mittwoch. Die Kaution sei auf umgerechnet rund 25 000 Mark festgesetzt worden. Wegen eines gegen ihn laufenden Verfahrens wird Hofer das Land jedoch weiterhin nicht verlassen dürfen. Am 20. Januar muss er sich wegen angeblicher Beleidigung eines Gefängnisbeamten erneut vor Gericht verantworten. Das Auswärtige Amt bestätigte die bevorstehende Freilassung Hofers am Mittwoch zunächst nicht. Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und frühere Bundesaußenminister Klaus Kinkel hofft, dass mit der möglichen Freilassung der Weg frei werde für bessere deutsch-iranische Beziehungen. Hofer, so Kinkel, sei Spielball auch inneriranischer Auseinandersetzungen geworden.

In einem ersten Prozess war Hofer 1998 wegen angeblicher sexueller Beziehungen zu einer Moslemin zum Tode verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil später auf. In einem weiteren Verfahren wurde die Todesstrafe in eine Geldstrafe umgewandelt. Gegen Zahlung einer Kaution kam Hofer zwar zunächst frei, durfte aber das Land nicht verlassen. Im August wurde er dann aufgrund des Vorwurfs der Beamtenbeleidigung erneut inhaftiert. Der Einwand, Hofer spreche kein Persisch und seine Wärter kein Deutsch, fand vor Gericht bisher keine Beachtung.

Der iranische Geheimdienstchef Ali Junessi hatte sich in der vergangenen Woche für ein "gerechtes und schnelles Ende" im Fall des Deutschen ausgesprochen. Insgesamt saß Hofer bislang 22 Monate in iranischen Gefängnissen. Er war 1997 auf den Teheraner Flughafen festgenommen worden.

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