Politik : Der Faktenmann

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Für den Job des Generalsekretärs gibt es keine Ausbildungsordnung, nicht einmal die Berufsbezeichnung ist geschützt. Mangels solcher objektiver Maßstäbe wird Laurenz Meyer also gern subjektiv an berühmten Vorgängern gemessen. Der großgewachsene Westfale mit der Vorliebe für knallige Sprüche kommt dabei nicht immer gut weg. Neuerdings sind die Spottgesänge aber leiser geworden, weil sich gezeigt hat, dass Meyer in der Tradition jener großen Namen durchaus zur programmatischen Fortentwicklung der CDU beigetragen hat, wenn auch unauffälliger. Die HerzogKommission zur Sozialreform hätte nämlich schon wegen einer Erkrankung des Alt-Bundespräsidenten, die ihn von den Sitzungen fernhielt, im Nachhinein mindestens Herzog- Meyer-Kommission heißen müssen. In dem Gremium sorgte der General dafür, dass die Beschlüsse zu jener Rede passten, mit der sich seine Chefin Angela Merkel dann am 1. Oktober als mutige Reformerin profilierte. Meyer führte auch die Nachverhandlungen mit dem Sozialflügel. Kurz, er war endlich mal wieder in seinem Element: Zahlen, Daten, Fakten. Merkel war er ja schließlich aufgefallen, als er als NRW-Schatzmeister in der Spendenaffäre die Kasse der Landes-CDU hartnäckig gegen die Zentrale verteidigte. bib

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