Politik : Der Fall Joseph: Hausdurchsuchung in Sebnitz

Zur Aufklärung des Todes des sechsjährigen Joseph im Freibad von Sebnitz hat die Staatsanwaltschaft Beweismaterial sicher gestellt. Bei einer Durchsuchung des Elternhauses in Sebnitz wurden Videobänder und Papiere beschlagnahmt. Damit wollen die Ermittler auch dem gegen die Mutter erhobenen Verdacht der Anstiftung zur falschen Verdächtigung nachgehen. Die Justizbehörde verschaffte sich auch die Gewebeproben, die im Auftrag der Eltern vom Gerichtsmedizinischen Institut Gießen begutachtet worden waren. Deren Herausgabe hatte die Familie Abdulla bisher verweigert.

Wie der Dresdner Oberstaatsanwalt Claus Bogner am Freitag sagte, wurden bei der Hausdurchsuchung, die gegen am Donnerstag gegen 18 Uhr begann und bis in die Nachtstunden dauerte, mehrere Kisten mit Unterlagen versiegelt, die später in Anwesenheit der Anwälte der Familie geöffnet werden sollen. An der Aktion waren zwei Vertreter der Staatsanwaltschaft und 15 Polizisten beteiligt. Kurz zuvor war die Familie, die sich mehrere Tage lang in Obhut der Behörden im Allgäu befunden hatte, nach Hause zurückgekehrt. Am Freitagnachmittag suchte Oberbürgermeister Mike Ruckh sie zu einem Gespräch auf.

Der sächsische Justizminister Manfred Kolbe sagte: "Wir haben weniger durchsucht als sicher gestellt, dass bei der Rückkehr nicht Dinge beiseite geschafft werden."

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