Politik : Der Fall Joseph: Tatverdacht weiter entkräftet

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Der Verdacht auf ein rechtsextremistisches Motiv für den Tod des sechsjährigen Joseph aus Sebnitz ist weiter entkräftet worden. Keiner der befragten Zeugen habe das Geschehen im Schwimmbad von Sebnitz vor drei Jahren selbst beobachtet, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Dienstag mit. Keiner der Zeugen habe im Zusammenhang mit dem Tod des Kindes Skinheads wahrgenommen. Ein rechtsradikaler Hintergrund sei deshalb nicht feststellbar. Der Beweiswert der von den Eltern des Jungen gesammelten Aussagen ist nach Ansicht der Ermittler daher in Frage zu stellen. Einer der drei zunächst Beschuldigten habe ein Alibi, sagte ein Behördensprecher. Deshalb werde das Verfahren gegen diese Person eingestellt, gegen die beiden anderen werde indes weiter ermittelt. Gegen sie gebe es aber keinen dringenden Tatverdacht mehr.

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt auch wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Die Behörde ist wegen ausländerfeindlicher Eintragungen im Internet-Gästebuch der Stadt Sebnitz aktiv geworden. Wie der Oberbürgermeister Mike Ruckh sagte, gab es mehrere Tausend Einträge aus aller Welt. Viele von ihnen haben volksverhetzenden Charakter. Sie werden derzeit von der Staatsschutzabteilung bei der Polizeidirektion Pirna untersucht. Nachdem am Dienstagnachmittag auf die Staatsschutz-Ermittlungen im Gästebuch hingewiesen wurde, nahm die Zahl der volksverhetzenden Einträge deutlich ab. Unterdessen ist die Beurlaubung des Sebnitzer Gemeindepfarrers auf seinen eigenen Wunsch hin aufgehoben worden, teilte das evangelisch-lutherische Landeskirchenamt in Dresden mit.

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