Politik : Der Gegenschlag: Deutschland bietet Hilfe an

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Bundeskanzler Gerhard Schröder hat US-Präsident George W. Bush in Washington versichert, dass Deutschland seine uneingeschränkte Solidarität im Anti-Terror-Kampf mit Taten untermauern werde. Schröder sagte, sie hätten auch über einen militärischen Beitrag Deutschlands gesprochen, den er "nie ausgeschlossen habe"; über Details werde "zu gegebener Zeit" verhandelt. Wie verlautete, will Schröder zudem einen "großzügigen Beitrag leisten", um eine humanitäre Katastrophe in Afghanistan zu verhindern. Zwei Milzbrandfälle in Florida/USA verstärkten die Angst vor B-Waffen-Terror.

Schröder sagte, er sei sich mit Bush einig, dass der Kampf gegen den Terrorismus eine "einzigartige und umfassende Angelegenheit" sei. Dazu gehörten auch politische und diplomatische Aktivitäten - zur Stärkung der weltweiten Anti-Terror-Allianz und für eine Lösung des Nahost-Konflikts. Darüber hinaus müssten sämtliche Finanzquellen des terroristischen Moslemextremisten Osama bin Laden ausgetrocknet werden. Zugleich gehe es um massive Hilfen für die notleidende Bevölkerung Afghanistans. Schröder betonte, dass das führende Engagement der Bundeswehr in der Mazedonien-Mission nicht dazu diene, Personal und Material "anstelle von" internationalen Anti-Terror-Einsätzen zu verrechnen.

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Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete
Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall
Schwerpunkt: Osama Bin Laden
Schwerpunkt: Afghanistan
Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen
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Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Wie es aus Schröders Umfeld hieß, steht die Frage an, wie Deutschland über die Awacs-Aufklärungsflugzeuge und die Schiffe im Mittelmeer hinaus helfen im Anti-Terrorkampf helfen könne. Das Bundesverteidigungsministerium teilte mit, dass bis zu 60 Bundeswehrsoldaten an Awacs-Flügen der Nato beteiligt werden könnten. Eine deutsche Fregatte ist an den Nato-Schiffsverband im Mittelmeer beteiligt, der ins östliche Mittelmeer verlegt werden könnte. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, bietet der Kanzler die Bereitstellung von See-Fernaufklärungsflugzeugen vom Typ Atlantic sowie Transall-Transportflugzeuge an. In der Nacht sollte Schröder mit UN-Generalsekretär Annan in New York sprechen, bevor er die Ruine des World Tade Center besuchen wollte. Der in Afghanistan vermutete bin Laden gilt als Drahtzieher der Anschläge auf New York und Washington vom 11. September, bei denen Tausende Menschen getötet worden waren.

Bei ihrem militärischen Gegenschlag in Afghanistan hatten die USA nach zwei Nächten in Folge erstmals auch tagsüber Angriffe gegen Kabul und Kandahar geflogen. Seit Montag seien mindestens 35 Zivilisten getötet oder verletzt worden, sagte ein Talibansprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben der regierenden Taliban nahmen US-Kampfflugzeuge am Dienstagmorgen den Flughafen der Taliban-Hochburg Kandahar sowie die Region Maiwand im Süden des Landes unter heftigen Beschuss. Im Gegensatz zu den Angriffen der ersten Nacht leisteten britische Truppen nur logistische Unterstützung. In Kabul zerstörte ein Marschflugkörper das Büro eines UN-Minenräumprojektes und tötete vier afghanische Mitarbeiter. Das Pentagon nahm Untersuchungen zum Tod der vier Zivilisten auf.

Nach den Worten eines Pentagonsprechers gehen die Luftangriffe weiter, "unabhängig von Tages- oder Nachtzeit".Zwei Transportflugzeuge von der US-Militärbasis Ramstein warfen erneut Notrationen über dem geplagten Land ab.

In Florida übernahm die Bundespolizei FBI wegen zweier ungeklärter Fälle von Milzbranderregern die Ermittlungen und prüft einen terroristischen Hintergrund.

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