Politik : Der Gegenschlag: Sieben Menschen, die alles entscheiden

Robert von Rimscha

Sieben Personen treffen sich derzeit täglich, um im Weißen Haus den Kampf gegen den Terror zu planen. Oft ist Präsident Bush wegen seines Mangels an außenpolitischer Erfahrung kritisiert worden. Jener enge Zirkel, der ihn berät, macht dies wett. Zielstrebig hat sich Bush mit erfahrenen Ministern umgeben. Deren Rat fordert er ein - durch viele Nachfragen, durch intensives Zuhören.

Vizepräsident Dick Cheney arbeitet bereits seit 1969 eng mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zusammen. Unter Präsident Ford war Cheney als Rumsfelds Nachfolger von 1975 an Stabschef im Weißen Haus. Rumsfeld diente Ford zuletzt als Verteidigungsminister. Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice ist eine Abrüstungs- und Osteuropaexpertin. Sie selbst hat den Wandel nach dem Kalten Krieg mit dem Hinweis kommentiert, die Staaten, über die sie in ihrer Dissertation schrieb, existierten nicht mehr: Sowjetunion und Tschechoslowakei.

Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
7.10., 18.45 Uhr: Wie der Gegenschlag begann
Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete
Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall
Schwerpunkt: Osama Bin Laden
Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags
Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Generalstabschef Henry Shelton, Justizminister John Ashcroft und Außenminister Colin Powell ergänzen den engsten Kreis um Bush. Ashcroft ist ein streng-konservativer ehemaliger Senator aus Missouri, der Ende 2000 in einem bizarren Wahlgang abgewählt wurde, in dem der zwei Wochen zuvor gestorbene demokratische Gegenkandidat gewann. Powell hat stets um internationale Absicherung und den Einsatz diplomatischer Mittel geworben. Damit erwarb er sich den Ruf als Taube und Multilateralist. Als Falke gilt Rumsfeld. Powell ist in den vergangenen Monaten nachgesagt worden, sich an den Rand gedrängt zu fühlen. Rumsfeld und Cheney hätten letzten Endes das Sagen, war aus Powells Umfeld zu hören. Als der härteste Falke in Bushs Umfeld gilt VizeVerteidigungsminister Paul Wolfowitz.

Über den Konflikt zwischen Falken und Tauben legt sich ein Generationen-Gegensatz. Die Älteren im Bush-Umfeld neigen eher dazu, zwar hartes Vorgehen gegen bin Laden und die Taliban zu propagieren, aber dies vorher international abzustimmen und abzusichern. Die Jüngeren wie Rice sind eher Vertreter einer Linie, die darauf beharrt, dass Amerika allein den Zeitplan für sein Handeln festlegt. Die ersten Wochen nach dem 11. September folgte Bush eher den Gemäßigten denn den Hardlinern.

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