Politik : Der Innenpolitiker

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Fast hätte man vergessen können, wie er wirkt, wenn er angreift. Mehr als drei Jahre trug er Sorgenfalten, großen Ernst, diplomatische Fasson. Die Welt auf seinen Schultern, die Grünen auf seinem Arm, so sah er sich. Doch jetzt wird ihm der Hemdkragen zu eng und der Ledersessel in seinem Amtssitz zu klein. Fischer hat sich für die Schlussphase des Wahlkampfes zurückverwandelt in einen Innenpolitiker. Fast könnte man sagen: in einen Oppositionspolitiker, wenn er gegen Stoibers Truppe polemisiert, als handele es sich um Kohls Kabinett. Wahrscheinlich bereitet es Fischer wirklich Freude, aus dem Korsett zu springen. Doch es treibt ihn auch der blanke Horror. Er ist jemand, der sich Szenarien bildlich ausmalt, auch in den schwärzesten Farben. In diesem Fall das einer rot-grünen Wahlniederlage. Beide Parteien zur Episode herabgesunken, die SPD geführt von Hans Eichel. Wenn es gut geht, Oskar Lafontaine, wenn es schlimm kommt. Und damit wären zugleich die Grünen in einer Machtferne wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Auch darum erlebt man Fischer hier: unplugged. Tsp

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