Politik : Der Kanzler ist gereizt, Metzger ist zufrieden

Robert von Rimscha

Das Streit-Thema namens A 400 M - der Airbus-Militärtransporter - ist für die rot-grüne Koalition noch immer brisant. Zwar kommen aus London Signale, dass man bereit sei, auf die deutsche Schadenersatzverpflichtung zu verzichten, wenn nicht alle bestellten 73 Maschinen am Ende auch übernommen werden. Zusammen mit einer Erklärung, den nächsten Bundestag nicht darauf festzulegen, könnte dies reichen, um nächste Woche im Haushaltsausschuss die Freigabe der ersten A 400 M-Finanzmittel zu erwirken. Drei Grünen-Abgeordnete hatten sich hier jedoch quergelegt.

Gerhard Schröder, ob des Kölner Klüngel-Skandals bereits heftig erbost, soll deswegen am Montag Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch mit der Aufkündigung der Zusammenarbeit gedroht haben. "Entweder ihr fangt den Metzger ein, oder die Koalition bricht", soll der Kanzler gepoltert haben. So schrieben am Donnerstag zwei Zeitungen. Oswald Metzger - das ist der oberschwäbische Haushaltspolitiker der Grünen, der für sich und seine beiden Kollegen eine Ablehnung der Airbus-Vorlage angekündigt hatte. Bereits den Kampf Schröders gegen den Blauen Brief aus Brüssel hatte Metzger als "Amoklauf" gerügt.

Aber gab es Schröders Drohung? Die Dementis klangen weich. Die Berichte seien falsch, sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck. "Wieso sollte der Kanzler das sagen, wo die Grünen es doch genau so sehen?", hieß es. Immerhin hatte der grüne Parteirat Metzgers Verhalten als "unsolidarisch" gewertet; und Joschka Fischer sollen bei seinem Gespräch mit Metzger "fast die Adern geplatzt sein", wie hernach kolportiert wurde.

"Die Regierung sollte uns dankbar sein", verteidigte sich Metzger. Der Agentur Reuters sagte er, mit ihrer Kritik am Vorgehen der Regierung hätten die drei Grünen Haushaltspolitiker "möglicherweise eine Niederlage der Regierung (vor dem Bundesverfassungsgericht) in Karlsruhe verhindert". Dort will die Union gegebenenfalls klagen. Der Aufstand habe sich gelohnt, so Metzger. "Absolut verfassungsfest" werde die Airbus-Bestellung durchgezogen, sagte am Donnerstag Grünen-Fraktionschefin Kerstin Müller. Im geplanten Umfang: 73 Transporter.

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