Politik : DER KARIKATURENSTREIT

Flemming Rose, 50, ist Kulturchef der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“. Im Herbst 2005 hatte er dänische Karikaturisten gebeten, Zeichnungen des Propheten Mohammed anzufertigen. Die Veröffentlichung der zwölf Zeichnungen löste den sogenannten Karikaturenstreit aus. Weltweit protestierten Muslime, es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen mit mehr als hundert Toten, dänische Produkte wurden boykottiert. Im Zentrum der Proteste war die Karikatur von Kurt Westergaard, der Mohammed mit einem Turban zeichnete, aus dem eine glimmende Zündschnur hängt. Westergaard, 73, ist Karikaturist von „Jyllands-Posten“. Der Zeichner wird bis heute vom dänischen Geheimdienst PET geschützt, der Westergaard lange Zeit riet, keine Interviews zu geben. Das Ehepaar muss immer wieder die Wohnung wechseln. Im Februar dieses Jahres wurden in Aarhus, Erscheinungsort von „JyllandsPosten“, drei Männer festgenommen, die im Verdacht standen, einen Mordanschlag auf Westergaard zu planen. Als Reaktion und aus Solidarität druckte ein Dutzend dänischer Zeitungen die umstrittenen Karikaturen nach. jbh

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