Politik : Der lange Weg zum Frieden - eine Chronologie

Martin Alioth

1912: Nordirlands Protestanten verschwören sich zum gewaltsamen Widerstand, falls Irland Selbstverwaltung erhielte.

1914: Selbstverwaltungsgesetz verabschiedet, aber wegen des 1. Weltkriegs eingefroren.

1919-1921: Irischer Unabhängigkeitskrieg endet mit Gründung des irischen Freistaates (26 Grafschaften). Nordirland bleibt beim Vereinigten Königreich und erhält eigenes Parlament. Teilung Irlands.

1922-1923: Bürgerkrieg im Freistaat.

1948: Irland wird Republik und verlässt das Commonwealth.

1968: Beginn der Bürgerrechtsbewegung in Nordirland.

1969: Britischer Truppeneinmarsch in Nordirland.

1972: Auflösung des nordirischen Parlaments. Britische Direktverwaltung.

1972: Blutigstes Jahr des Nordirlandkonflikts kostet fast 500 Menschenleben.

1974: Gemischtkonfessionelle Regierung in Nordirland von protestantischen Extremisten gestürzt. Rückkehr zur Direktverwaltung.

1993: Downing Street Erklärung der britischen und irischen Premierminister eröffnet Weg zur Einbindung der Untergrundverbände in den politischen Prozess.

1995: Rahmenabkommen zwischen London und Dublin skizziert einen Ausweg aus dem Nordirlandkonflikt.

9. Februar 1996: IRA wieder gewalttätig.

2. Juli 1997: Waffenstillstand der IRA.

10. April 1998: Karfreitagsabkommen, Blaupause für den Frieden in Nordirland.

Dezember 1999: Regierungsbildung in Belfast am 13. Dezember 1999, erste Tagung des gemeinsamen Ministerrates zwischen Nordirland und der Republik Irland. Erste Tagung des Britisch-Irischen Rates. Die beiden souveränen und alle teilautonomen Regierungen auf dem britisch-irischen Archipel treffen sich erstmals zu Gesprächen.

31. Januar 2000: Der kanadische General John de Chastelain, der die Abwicklung der Entwaffnung beaufsichtigt, legt den beiden Regierungen seinen Zwischenbericht vor. Die Entwaffnung hat noch nicht begonnen, es gibt weder Terminpläne noch verbindliche Zusagen.

5. Februar 2000: Die IRA anerkennt erstmals in einer Erklärung, dass die Lösung der Waffenfrage ein notwendiger Bestandteil des Friedensprozesses ist, fügt aber hinzu, das könne nicht auf Grund britischer oder unionistischer Ultimaten geschehen.

10./11. Februar 2000: Das Gesetz über die Wiederherstellung der britischen Direktherrschaft tritt in Kraft. Damit steht es in der Macht des britischen Nordirland-Ministers Mandelson, die kürzlich gebildete Nordirland-Institutionen auszusetzen, was dieser auch am Freitagabend umsetzt.

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