Politik : Der Mann fürs Unmögliche Syrien-Vermittler

Brahimi wird 80 Jahre alt.

Betagt, aber gefragt: Lakhdar Brahimi gilt bei den UN als Konfliktlöser.Foto: Reuters
Betagt, aber gefragt: Lakhdar Brahimi gilt bei den UN als Konfliktlöser.Foto: ReutersFoto: REUTERS

Genf - Was ihm nicht gelingt, schafft niemand. Davon sind Regierende wie Rebellen, Militärs wie Nothelfer weltweit überzeugt. Kein Wunder. Oft wurde Lakhdar Brahimi als Krisenmanager gerufen. Viele seiner schwierigen Missionen waren zumindest teilweise erfolgreich – im Libanon wie in Liberia, im Kongo wie im Jemen oder in Afghanistan. Nun wird Brahimi am Neujahrstag 80 Jahre alt. Es ist auch der erste Tag des Jahres, das den erfahrenen Diplomaten vor die größte Herausforderung seines Lebens stellt: Als Syrien-Vermittler soll er helfen, den blutigsten Bürgerkrieg der Welt zu beenden.

Ob der „Mann fürs Unmögliche“, wie der weißhaarige Algerier bei den Vereinten Nationen gelegentlich genannt wird, eine echte Chance hat, dürfte sich spätestens in drei Wochen zeigen. Am 22. Januar sollen sich Syriens zutiefst verfeindete Konfliktparteien in der Schweiz erstmals an einen Tisch setzen. Seit etlichen Monaten arbeitet Brahimi als Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga auf diesen Tag hin.

Mit Regierungsvertretern der USA und Russlands hat der betagte Friedensstifter die „Spielregeln“ für die Syrienkonferenz erarbeitet. Zum Auftakt in Montreux sollen Außenminister aus mehr als 30 Ländern die Delegationen des syrischen Präsidenten Baschar al Assad und der Opposition in öffentlichen Ansprachen zu einer politischen Lösung drängen. Danach beginnen am UN-Sitz in Genf hinter verschlossenen Türen die eigentlichen Verhandlungen der Kriegsparteien – mit Brahimi als Moderator.

Dabei kann sich der 1934 im algerischen Aziza als Spross einer alteingesessenen Familie geborene Jurist auf das wichtigste Gut eines jeden Konfliktvermittlers stützen: das Vertrauen beider Seiten. Es erwächst aus Brahimis strikter Neutralität. Dass er sich auf den Versuch eingelassen hat, das Blutvergießen in Syrien zu stoppen, soll er selbst vor Vertrauten allerdings als „eine enorme Verrücktheit“ bezeichnet haben. dpa

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