Politik : Der nächste Test für Hohlmeier

Mirko Weber

München - Die Affäre um Monika Hohlmeier ist keinesfalls ausgestanden.  Zwar gibt es noch immer keine Klarheit darüber, was denn nun wirklich vorgefallen ist bei jener ominösen Sitzung am Montag, in deren Verlauf Monika Hohlmeier versucht haben soll, Parteifreunde bei der Münchner CSU zu erpressen. Andererseits mangelt es der Affäre um die nun zurückgetretene Münchner CSU-Vorsitzende nicht an thematischem Nachschub. So gibt das Verhalten des nach der Mitgliederaffäre mit lokalem Ämterentzug gestraften Landtagsabgeordneten Joachim Haedke Rätsel auf. Haedke strebt ein Parteiausschlussverfahren gegen sich selbst an, und es scheint nicht unwahrscheinlich, dass im Zuge dieses Verfahrens nicht auch noch einmal die Rolle von Monika Hohlmeier genauer beleuchtet wird. Haedke hat – außer seinem Landtagsmandat – nicht mehr viel zu verlieren und möchte auf keinen Fall den alleinigen Sündenbock abgeben.

Auch in der Fraktion hatte es am Donnerstag gewaltig gekracht. Monika Hohlmeier hat nicht nur Freunde in der CSU, und es wäre wohl einigen eine nicht geringe Genugtuung, sollte die Tochter von Franz Josef Strauß frühzeitig landespolitisch scheitern. Ministerpräsident Edmund Stoiber steht indes weiter zu Hohlmeier. Schmallippig zwar, aber deutlich gab er zu Protokoll, dass Monika Hohlmeier Kultusministerin bleibe.

Es sind aber nicht nur die Lage der Stadt-CSU  oder ihr schlechter Leumund in der Partei, die Monika Hohlmeier zu Fall bringen könnten. Die größte Gefahr droht ihr, wenn nach den Sommerferien das Projekt achtklassiges Gymnasium (G8) schlecht auf den Weg käme. Die Entscheidung für das G8 hatte Edmund Stoiber nach der gewonnenen Landtagswahl ziemlich einsam getroffen, Hohlmeier musste ihn umsetzen. Nun ist das G8 da, und nur wenige Lehrer in Bayern wissen, was ihnen bevorsteht. Ohne Reibereien dürfte das nicht abgehen, und Stoiber hat schon andere Minister wegen geringerer Verfehlungen entlassen.

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