Politik : Der Neue im Streit mit dem Ex

Hamburger „Offensive“ kämpft mit Nockemann gegen Schill

Günter Beling[Hamburg]

Nockemann gegen Schill: Die in Hamburg mitregierende „Partei Rechtsstaatlicher Offensive“ hat Innensenator Dirk Nockemann (45) als Spitzenkandidaten zur Bürgerschaftswahl am 29. Februar nominiert. Seit dem Rauswurf Ronald Schills dümpelt der rechtspopulistische Koalitionspartner von CDU und FDP in den Umfragen bei einem Prozent. Nockemann warf Schill vor, er tue nichts für „den Normalbürger“. Dem Ex-Innensenator gehe es nur noch darum, „sein eigenes Leben zu finanzieren“.

Während die „Offensive“ mit einem Führungstrio aus Nockemann, Bausenator Mario Mettbach und Fraktionschef Norbert Frühauf und einem Wahlkampfetat von 50 000 Euro antreten will, kann Ronald Schill mit einem zehnfach höheren Budget eine ganz auf sich zugeschnittene Materialschlacht entfalten. Schill soll auf 10 000 Plakaten zu sehen sein; sein Slogan ist der von 2001: „Mit Sicherheit Schill“. Die letzte Umfrage sieht ihn wie auch die FDP bei vier Prozent.

Nockemann dementierte durch die Hansestadt wabernde Gerüchte, er werde nach der Hamburger Wahl zur Union wechseln und so im Falle eines CDU-Wahlsieges sein Amt retten: „Ich habe mit niemandem von der CDU über irgendeinen Wechsel gesprochen.“ CDU-Landeschef Dirk Fischer hatte Nockemann jüngst „gute Arbeit“ attestiert. Die FDP indes ist empört. Der Vorgang zeige erneut, „dass es kaum Unterschiede zwischen Schill und der CDU in der Innenpolitik gibt“, sagte der Landesvorsitzende Leif Schrader.

Die Grün-Alternative Liste legte am Wochenende ihre Liste fest: Die Vorsitzende und Schulexpertin der GAL-Fraktion, Christa Goetsch (51), wurde einstimmig zur Spitzenkandidatin gewählt. In ihrer Bewerbungsrede sagte sie: „Am 29. geht es nicht um das Gesicht des Bürgermeisters. Es geht um eine Richtungsentscheidung. Wir können es besser – und zwar mit der Priorität Rot-Grün.“ Eine schwarz-grüne Allianz könne sie sich nicht vorstellen. Auf Platz zwei und drei wurden der Jurist Christian Maaß (31) und die Vertreterin des linken Flügels, Antje Möller (46), gesetzt. Die Demoskopen sehen die Grünen derzeit bei 13 Prozent, die SPD bei 30 und die CDU bei 45.

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